Working Out Loud – WOL-Circle. Selbstbestimmtes Lernen. Ein Selbst-Test.

Working Out Loud – WOL-Circle. Selbstbestimmtes Lernen. Ein Selbst-Test-Projekt.

WOL Circle 12 Wochen (Woche 1-3 im Rückblick)

Seit einigen Wochen bin ich Teilnehmerin an einem WOL-Circle und möchte hier in lockerer Folge darüber berichten.

Working Out Loud – ein Selbstlernprogramm für Gleichgesinnte mit unterschiedliche Persönlichkeiten und unterschiedlichen Wünschen/Themen. Übergeordnet besteht der Wunsch, in den 12 Wochen des Programms zu erfahren, wie selbst gesteuertes Lernen aussieht. Wie man sich strukturiert und zielorientiert einem Thema nähert.

Infos von der WOL-Website:

Ein Working Out Loud Circle ist eine Peer-Support-Gruppe von 4-5 Personen, in der du dir 3 Fragen stellst:

Was versuche ich zu erreichen? // Wer steht mit meinem Ziel in Verbindung? // Wie kann ich dazu beitragen, unsere Beziehung zu vertiefen?

Dein Circle trifft sich über einen Zeitraum von 12 Wochen für eine Stunde pro Woche. Ein kurzer, einfacher Leitfaden hilft dir, jede Woche kleine Schritte zu machen. Am Ende wirst du ein größeres, vielfältigeres Netzwerk sowie eine Reihe von Gewohnheiten entwickelt haben, die du auf jedes Ziel anwenden kannst.

Während deines Circle wirst du effektiver, weil du Zugang zu Menschen, Wissen und Möglichkeiten hast, die dir helfen können. Du fühlst dich auch deshalb besser, weil dir dein größeres Netzwerk sinnnvoller Beziehungen ein größeres Gefühl von Kontrolle, Kompetenz und Verbindungen gibt. All dies führt zu mehr Motivation für dich und zu mehr Agilität, Innovation und Zusammenarbeit für dein Unternehmen.

In meinem Fall haben sich die Beteiligten über LinkedIn unter den Hashtags #wol #workingoutloud gefunden. Beide Hashtags leiten zu einer Gruppe, welche eingeladen hat, am Programm teilzunehmen. Start war bereits vor 8 Wochen, mit kleiner Weihnachts- und Neujahresauszeit haben wir nun gut die Halbzeit erreicht und ich möchte hier mit Euch meinen ersten Rückblick und meine Erfahrungen teilen.

Kurze Erklärung. Der Begriff Working out Loud wurde 2010 von Bryce Williams erfunden

 Working Out Loud = Observable Work + Narrating Your Work

Er prägt den Gedanken, dass die zu erledigende Arbeit nicht nur allein verrichtet wird, sondern dass auch Andere daran teilhaben sollen, damit alle zusammen dabei lernen und besser werden.

Für Konzerne steht im Vordergrund, die Mitarbeiter nicht in Schulungen oder Weiterbildungen zu schicken, sondern jeder Mitarbeiter eigenverantwortlich seine Ressourcen sucht, wie soziale Netzwerke und Kollaborationsumgebungen, in denen sich aktiv eingebracht wird.

Relevant ist, wer bereitwillig sein Wissen teilt und hilft, nicht mehr, wer das Wissen hortet und bewacht.

Unser Working Out Loud-Startschuss fiel per Onlinecall. Interessant fand ich zu Beginn, dass alle grossen Firmen und Businessmenschen scheinbar mit Skype for Business oder Office365 versorgt sind (und andere Wege oftmals ausschliessen), ich bisher nicht. Und auch künftig nicht werde. Zu starr für mich.

Wege gibt es aber immer. Also finden die „Video“-Calls auch für mich per Skype for Business statt, spannenderweise aber nur per Ton statt mit Kamera. Lässt bei mir einige Fragen offen, ist mir auch neu, scheinbar aber gerade Mode. Für mich wäre ein Austausch MIT Bild und Ton stimmiger, diese Verfahrensweise würde ich bei einer neuen Gruppe, einem weiteren Circle auch wünschen bzw. anregen.

In unserem inzwischen deutlich kleineren Zirkel als zu Beginn (unsere Gruppe schrumpfte von 8 auf 3 bis 4 aktive Teilnehmende), hat jeder ganz unterschiedliche Lern-Themen. Eine Teilnehmerin sucht Infos zum Thema Wissens-Management in Unternehmen, einer möchte seine Kenntnisse im Office 365 erweitern, sehr unterschiedliche andere Themen waren vertreten. So ein WOL-Circle besticht durch seine Vielfältigkeit. Themen- aber auch Teilnehmermässig.

Mein Lernziel ist es, herauszufinden, wie Wissen digital und strukturiert erlangt werden kann.

Wie kann das Offline-Business, wie Seminare vor Ort in die Onlinewelt transferiert werden? Nach 12 Wochen möchte ich im besten Fall einen Fahrplan haben, wie der Ablauf sein müssten. Zumindest aber eine Vorstellung gewonnen haben, wie das Ganze funktionieren kann.

Spannend ist, dass wir uns mit unseren unterschiedlichen Themen und Recherchen wöchentlich digital treffen und begleiten. Wir berichten von unseren Lernergebnissen, stellen Fragen und die anderen Teilnehmer geben ihr Wissen dazu. Jede Woche ist zeitlich ganz straff geplant, 1 Stunde Gesamtzeit, 10 Minuten Check-in, 15 Minuten eine Übung themenübergreifend, dazwischen arbeitet jeder an seinem Thema und am Ende wird abgestimmt, was sich jeder für die nächste Woche vornimmt.

Die Grundlage: WOL Circle Guide

Erste Schritte (Link zum deutschen WOL-Guide)

Jede Woche wird unterstützt durch einen WOL Circle Guide, welcher mit Fragen, Anregungen Inputs ein paar Ideen und Möglichkeiten, neue Weg zu gehen, aufzeigt. Ich verlinke den derzeit aktuellen Circle-Guide in deutsch. 

Aktuell bin ich in der 6. Woche aktiv. Nun aber mein kleiner Rückblick

Woche 1

Link zum Circle-Guide für Woche 1 // Woche 1: Schärfe deine Aufmerksamkeit

Zielfindung. Das fiel mir eher schwer, das auf 12 Wochen zu definieren. Ich habe eines definiert, kann aber kein Stück vorhersehen, ob das so durchzuhalten ist über 12 Wochen, bzw. ob das Ziel noch mal feiner runter gebrochen werden müsste. Auch Idee des Circles ist es, alle paar Wochen das Ziel zu besprechen, ob hier Nachbesserungen erfolgen müssen. Das beruhigt mich.

In der ersten Woche ging es hauptsächlich darum, überhaupt einen Überblick zu bekommen, wie man zu Informationen, das eigene Thema betreffend, gelangt. Das war mir persönlich nicht neu, aber der Grossteil der Gruppe war froh darüber, daher möchte ich es hier erwähnen.

Es wurde Twitter angeschaut, sich mit Hashtags befasst, wie baue ich mir in meinem Lernthema ein Netzwerk auf. Wie kann ich gleichgesinnte Menschen finden, die vom Wissensstand her weiter sind. Ziel ist es, zu lernen, Menschen und Informationen zu folgen.  Also vorerst ausschliesslich konsumieren, filtern und nach Relevanz entscheiden, wem zukünftig gefolgt wird, welche Infos sind überflüssig.

Hierzu eine Kurzübung der Woche 1:

Eine Kontaktliste erarbeiten, mit interessanten Gesprächs- und Austauschpartnern zum eigenen Thema. Die Liste sollte zwischen 15-10 Personen lang werden. Diesen Menschen folgen, eventuell kontaktieren, Newsletter abonnieren, konsumieren. Erst zum Ende der Woche reflektieren, was war gut, was nicht so.

Eine weitere Kurzübung

Den Konsum reflektieren. Nicht wild alles lesen und sammeln, sondern einfliessen lassen und sortieren, filtern nach spannenden Themen, was brauche ich wirklich. Wer postet nur Stimmungsmache, wer wirklichen Inhalt? Was passt auf mein Lernziel, was ist Unterhaltung? Und was verbindet beides? 

Für mich war das spannend, das Mal so gebündelt und sortiert zu betrachten.

Fazit: Diese Woche war noch recht aufregend für mich, voller Vorfreude dachte ich, jetzt geht es so richtig los, aber gut, die Kondition soll für 12 Wochen reichen.

Woche 2 – Habe online ich geschwänzt

Link zum Circle-Guide für Woche 2 // Woche 2: Biete deine ersten Beiträge an

Hausaufgabe war, einen in Woche 1 gefundenen Experten zu kontaktieren und zum Thema zu befragen. Habe ich so nicht umgesetzt. Ich war dafür in dieser Zeit in den USA auf Inspirationsreise durchs Silicon Valley. Ich konnte zum Thema Lernen in der neuen Welt so viel Input sammeln, das ich hier keine weiteren Infos benötigte, wobei Haeme (von meiner Liste) auf dieser Reise mit dabei war. Wir haben uns mit  Austausch überhäuft.

Da ich hier keine Protokollierung der Woche gemacht habe, leider kein Fazit der Woche 2. Ich zehre noch von den Eindrücken der Reise. Perfekt!

Woche 3

Link zum Circle-Guide für Woche 3 // Woche 3: Mach drei kleine Schritt

Das Check-In. Alle stellen ihre bisherigen Ergebnisse vor und gleichen ab. Ich konnte erfahren, dass zu bestimmten Themen ein Google Alert angelegt werden kann. Dort kann alles gesammelt werden, was in Blogs etc. gepostet oder geschrieben wird. Unkompliziert und schnell. RSS Feeds können abonniert und so gespeichert werden. Für mich waren diese Infos nicht neu und ich habe schon seit Jahren Feeds und Alerts zu den wichtigsten Themen abonniert.
Hier kannst du Google-Alerts einrichten: google.de/alerts

Jeder berichtete aus seiner persönlichen Welt und wenn man hier aufmerksam hinhört, gibt es viele Details und Feinheiten, die ich nachträglich nicht missen möchte. 

Buchtipps werden gerne in der Runde gegeben. Macht durchaus Sinn. Davon habe ich sehr profitiert. Branchenübergreifend die unterschiedlichsten Gedankengänge zu vernetzen und das Lernen auf diesem Weg sind fantastisch.

Ich habe das Buch Disruptyourself von Christoph Keese empfohlen. Gleichzeitig alles von ihm abonniert, dass ich wirklich alles von ihm mitbekomme und lesen kann. Hier heisst es für mich, Lernstrukturen aufbrechen und verändern. Das disruptive Denkmuster in seinen Veröffentlichungen sind für mich etwas ganz Erfrischendes und ist sehr gut erklärt.

Die Nutzung von bestehenden Netzwerken war ein weiteres Thema, hier habe ich nicht so profitiert da ich recht gut vernetzt bin. Dennoch war der Austausch wichtig, denn die Teilnehmenden konnten von meinen Erfahrungen lernen. 

Vorgeschlagene Übung

Ein universelles Geschenk machen. Jemanden anschreiben und Anerkennung und Lob geben für seine Arbeit. Fand ich nett und eine gute Idee, kam jedoch für mich nicht infrage, ich lobe sowieso oft und gerne, allerdings wenn es gerade angebracht ist, nicht unter Anleitung.

Unter anderem daraus ergab sich die Hauptaufgabe der Woche 3, sich nach aussen zu zeigen, also Sichtbarkeit und nicht im stillen Kämmerlein vor sich hin sammeln. Ein gutes Learning für die Gruppe war hier, an andere herantreten und fragen: „Wer mag mir helfen?“. Den eigenen Lernweg öffentlich machen, Hilfe annehmen und danach fragen ist immer hilfreich.

Fazit der Übungen: Die Übungen selber sind toll, nicht für jeden machbar oder erforderlich.

Fazit nach 3 Wochen WOL

Bisher bin ich meinem Ziel nicht einen Millimeter näher gekommen. Ich habe viel gelernt, der Austausch  und die Ideen und Tipps sind für uns alle sehr wertvoll. Dennoch: ich bleibe dran und hoffe, irgendwann können wir den Rahmen des „allgemeinen“ verlassen und so richtig Gas geben.

PS.: Ein kleines Learning habe ich, rückwirkend betrachtet schon: Es gibt viele unterschiedliche Lerntypen oder -gewohnheiten. Nicht alle sind es gewohnt, selbstgesteuert und frei  (also Lehrplanunabhängig und zertifikatsignorierend) zu lernen wie ich. Und wenn ich beabsichtige, künftig digitale Lerngruppen im Bereich InDesign & Templates veranstalten, ist es wichtig, die unterschiedlichen Lerntypen zu kennen.


Foto: adobe Stock von olezzo


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  1. altincicek vor 8 Monaten

    Hallo Heike, toller Bericht! Bin gespannt, was nach 12 Wochen herauskommt.

    Bin grad an einem ähnlichen Experiment, aber ohne Gruppe, nur mit meinen persönlichen Kontakten. Geht auch auf und ab, manchmal ganz unerwartet.

    Ich kannte Skype for Business von meinem früheren Arbeitgeber und habe mir ein Abo besorgt, da ist man gleich näher bei den Leuten (also meinen Ex-Kollegen). Eine gute Alternative finde ich appear.in (mein virtuelles Sitzungszimmer, braucht keinen Account für jeden Teilnehmer, ich kann einfach den Link verschicken). Da ich allein arbeite und meine Kontakte manchmal weit weg, schätze ich Videocalls sehr. Lenkt zwar etwas mehr ab als nur Audio, ist für mich aber ein wichtiger sozialer Aspekt.

    Viel Erfolg 🙂
    Nicole

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    • Heike Burch vor 8 Monaten

      Hallo Nicole, spannend. Appear.in werde ich mir anschauen, super Tipp! Danke dir.
      Wie sieht dein persönliches Experiment aus? Willst du berichten? Kannst mich ja mal auf LinkedIn kontaktieren. Ich lerne ja so gern, vielleicht können wir uns ja mal virtuell verabreden 🙂

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  2. Roman Schurter vor 8 Monaten

    Liebe Heike

    Ich freue mich immer, wenn du so offen berichtest über Erfahrungen mit Tools, über Reisen und nun auch übers Lernen. Der Bericht zu den ersten 3 Wochen deckt sich mit Erfahrungen, die ich selbst gemacht habe. Meine WOL-Kurve verlief in etwa so: Totale Euphorie mit spannendem Austausch, dann Absturz ins Tal der Tränen. Und dann war der Weg frei für Erkundungen und Einsichten. Eine klassische Change-Kurve also. Allerdings muss ich ganz ehrlich zugeben: für meine Erkenntnisse war nicht der Circle und das Format zuständig, sondern ganz allein ich selbst. Es war spannend, andere Leute kennenzulernen, mit ihnen zu lernen. Wirklich vom Austausch konnte ich aber nicht profitieren – zu unterschiedlich die einzelnen Biografien und Lernziele. Zu theorielastig der Austausch.

    Aber es hat mich angetrieben und so kam ich zu meinem Ziel. Also: lass dich inspirieren und dann ab durch die Mitte – wenns sein muss halt auch ohne Circle. Ich wünsch dir einen spannenden Weg!

    Und ich freue mich auf den nächsten Bericht.

    P.S: Auch im Jahr 2019 kann und will ich mich nicht allzusehr an Videokonferenzen gewöhnen. Es fühlt sich selten wirklich gut an. Zwischendurch muss es sein, ich ziehe aber tatsächlich Face2Face vor. Beim Arbeiten und beim Lernen. Und wenn virtuell, dann gleich schriftlich im Chat. Da kann ich dann wieder gut fokussieren.

    P.P.S: Die Ergebnisse deines Lernens täten mich dann auch sehr interessieren. Vielleicht auch mal bilateral bei einem Kaffee? „Wie kann Wissen digital und strukturiert erlangt werden?“ beschäftigt mich doch auch schon geraume Zeit. An mir selber und als Teil meines Jobs 😉

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    • Haeme Ulrich vor 8 Monaten

      P.P.S: Bei diesem Kaffee wäre ich auch gerne dabei!

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    • Heike Burch vor 8 Monaten

      Danke dir, Roman!
      Also erstens: Kaffee geht klar! Vielleicht bald mal in München, vielleicht treffen wir uns da mal bei Xpublisher?

      Und dann: danke dir für dein Feedback. Es freut mich natürlich, dass du eine ähnliche Lernkurve hingelegt hast, ich dachte schon, ich bin wieder mal eine Exotin.
      Morgen findet das Treffen Woche 8 statt, ich habe schon den Bericht bis Woche 6 fertig. Kommt Montag.

      Was mich nun interessiert: Würdest du WOL wieder machen? Wäre es interessant, themenbezogen und wissenstands-gleich eine Art WOL zu starten?
      Das fände ich, glaube ich, besser.

      Und: ich finde Videokonferenzen toll! Da mir sowieso egal ist wie ich oder die anderen aussehen, stört mich das alles nicht. Aber ich habe das Gefühl, ich „spüre“ die Leute mehr.

      Bis bald mal wieder, derzeit aus Niedersachsens Landeshauptstadt!
      Heike

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    • Heike Burch vor 8 Monaten

      @Haeme: Super gern. Nur wie du einen bilateralen Kaffee zu dritt hinbekommst, das nimmt mich Wunder 😉

      Liebe Grüsse
      Heike

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