WordPress’ neue DSGVO-Funktionen und ein paar Gedanken

Eigentlich wollte ich schweigen. Das passt jedoch nicht dazu, kompromisslos ehrlich zu sein. Daher hier meine Gedanken zur Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und weiter unten noch ein Video, wo ich die neuen WordPress-Funktionen für die DSGVO erkläre.

Ab 25. Mai 2018 gilt es ernst mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO oder englisch GDPR). Die meisten, die sich dafür interessieren, sind im Panik-Modus und fürchten sich vor Abmahnungen. Warum? Die DSGVO lässt sehr viel Spielraum für Interpretation zu. «Lieber übertreiben und einfach alles unternehmen, was geht», lautet die Devise, um sich nicht plötzlich mit einer Busse konfrontiert zu sehen.

Innovationsbremse statt Schutz?

Ich nehme an, die Ursprungsidee der Datenschutz-Grundverordnung war, Konsumenten zu schützen. Was jetzt herausgekommen ist, ist vermutlich am Ziel vorbeigeschossen. Unternehmen zahlen horrende Beträge an Experten, um sich vor möglichen Abmahnungen schützen. Ja, du hast richtig gelesen: «Sich schützen», nicht die Konsumenten schützen.
Die Grossen haben längst ausgerechnet, ob sich die Busse oder das Einhalten der Grundverordnung weniger negativ in ihrer Bilanz niederschlägt. Das können wir nicht. Doch frage ich mich ernsthaft, welcher EU-Staat es denn zulässt, Firmen ohne kriminelle Absichten in den Konkurs zu treiben und damit aktiv Arbeitsplätze zu vernichten. Weil gedroht wird ja immer grad mit den 20 Millionen Euro.
Kosten tut die aktuelle Situation unglaublich viel. Google zum Beispiel gibt an, 500 Mannjahre Entwicklung in die Anpassung investiert zu haben. Und ich kenne kein einigermassen digitales KMU, das nicht auch mehrere tausend Euro investiert. Da ist Geld dabei, welches man in Innovation hätte investieren können, wenn klar wäre, was Sache ist. Und die Sache den Konsumenten wie den Unternehmen dient.

Wieder auf normal schalten

Ich habe mit Juristen aus unterschiedlichen Ländern diskutiert. Eines haben sie gemeinsam: Alle legen die DSGVO anders aus. Und alle nerven sich trotz florierendem Business ab der Angstmache. Daher ist es gar nicht schlecht, kommt jetzt der ominöse 25.5.2018. Danach wird sich zeigen, was sinnvoll ist und was am Ziel vorbeigeschossen ist. Es kann doch nicht sein, dass ich bei der Annahme einer gedruckten Geschäftskarte das Gegenüber über meine Datenschutzmassnahmen informieren muss. Oder dass Geräte nicht mehr privat und geschäftlich eingesetzt werden dürfen (das Ende von «Bring Your Own Device»). Oder dass Google Fonts jeder bei sich selber hostet und damit unnötig Energie verschwendet. Alles Aussagen von gescheiten Leuten mit juristischem Hintergrund, subjektive Auslegungen eben.

Auftragsverarbeitungs-Vertrag (AV-Vertrag)

Wer personenbezogene Daten verarbeitet, braucht mit seinen Dienstleistern (Hoster, Google Analytics, Cloud-Speicher…) einen Auftragsverarbeitungs-Vertrag (AV-Vertrag). Es ist nicht immer einfach, an einen solchen zu kommen. Blogmojo führt ein grossartiges Verzeichnis mit den Links zu den wichtigsten Dienstleistern: https://www.blogmojo.de/adv-vertraege/

WordPress 4.9.6: Die neuen DSGVO-Funktionen

In diesem Video habe ich die vier neuen WordPress-Funktionen verfilmt, welche extra für die DSGVO dazugekommen sind. Und zwar mit dem Update auf 4.9.6:

 


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  1. Sigrid vor 7 Monaten

    P.S. Von Sigrid: Vielleicht liegt’s auch an meiner Version von WP. Welche ich habe, weiß ich leider nicht. Bei Dashbord erscheint der Hinweis bei mir nicht.

    Danke trotzdem!

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  2. Sigrid vor 7 Monaten

    Danke für die tollen Informationen.Habe mir etliches gemerkt, aber manches finde ich bei mir nicht.

    Ich als „ältere“ Nutzerin bin sowieso überfordert, habe aber eben mit einem Generator meine Datenschutzerklärung für WordPress erstellt.
    Ich nutze die kostenlose Version völlig privat und deshalb habe ich wohl nicht alle Möglichkeiten. Z.B. erscheint bei mir nicht das Feld mit „Häkchen“, das vor einem Kommentar gesetzt werden muss.

    Ein Gutes hat es ja, habe noch nie so viel über Datenschutz gelesen wie die letzten Tage, dabei ist mein Blog wirklich rein privater Natur. Trotzdem bin ich total verunsichert.

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    • Haeme Ulrich vor 7 Monaten

      Hallo Sigrid

      Nutzt du WordPress.com oder ein WordPress.org, welches bei einem Hoster läuft? Bei WordPress.com sieht drum das Backend in der Tat anders aus.

      Liebe Grüsse
      Haeme

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    • Sigrid vor 7 Monaten

      Ich nutze die kostenlose Version, also lautet meine URL http://www.aktiv60plus.wordpress.com. Eben das WP Angebot für private Nutzer: Anmelden, registrieren, Seite erstellen….

      Habe aber gestern Abend tatsächlich ein Update entdeckt auf die neueste Version, das ich jetzt gleich mal herunterladen werde. Dann müsste auch die kostenlose Version den neuen Bedingungen entsprechen. Außerdem habe ich meine Datenschutzbestimmungen bereits angepasst mit einem Generator eines Anwalts.

      Aber vielen Dank für deine Rückfrage. Meine Endung lautet auf jeden Fall .com

      Viele Grüße, Sigrid

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    • Haeme Ulrich vor 7 Monaten

      Hallo Sigrid. Genau, in dem Fall verwendetst du „WordPress.com“. Da sieht die Oberfläche etwas anders aus. Aber funktionell wird das gleich sein für DGSVO.

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  3. Andreas vor 7 Monaten

    Top, endlich mal ein entspannter, objektiver Blick auf dieses massiv überhypte Thema. Vielen Dank, Haeme!

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