Wissensarbeiter/innen anziehen und behalten

Von klassischen Berufsbezeichnungen im Publishing (Druck ausgenommen) bin ich schon länger weggekommen. Vielmehr unterscheide ich Skills. Da wiederum unterscheide ich vier verschiedene Richtungen, siehe «Welche Skills braucht es künftig im Publishing?».

Wenn wir über Skills (Fähigkeit, Fertigkeit, Geschick, Kompetenz) diskutieren, passt als Berufsbezeichnung «Wissensarbeiter/in». Wissensarbeiter/innen sind Personen, welche Skills statt Muskelkraft zur Verfügung stellen. Es sind Leute, die heute selbstverständlich Probleme lösen, von denen sie gestern noch gar nichts gewusst haben. Verkauft wird am Ende des Tages die Dienstleistung (Wissensarbeit), das Produkt ist Teil davon.

Die beste Strategie für Erfolg

Die beste Strategie, in der Digital-Kultur erfolgreich zu sein: Ein motiviertes Team an Wissensarbeiter/innen. «Gut und recht, aber meine Leute sind das nicht – sie Arbeiten für die Stempeluhr und den Tagesrapport», höre ich dann immer wieder. «Das kann sein, wenn du die Leute so erzogen hast und den militärischen Führungsstil anwendest. Aber du kannst das ändern! Du kannst schon Morgen früh eine Kultur für Wissensarbeiter/innen schaffen» – erkläre ich dann. Das führt dazu, dass Wissensarbeiter/innen sich wohl fühlen und sich entfalten. Es führt auch dazu, dass die anderen aus eigener Motivation das Unternehmen verlassen. Und es führt dazu, die richtigen Leute anzuziehen.

Kultur der Wissensarbeit

Ich glaube, die folgenden vier Punkte sind Grundlage für eine Wissensarbeits-Kultur:

Vertrauen (keine Kontrollfreaks)

Vorgesetzte werden Ermutiger, eine Art Trainer, Coach. Willst du Wissensarbeiter/innen unproduktiv machen, kontrolliere sie mit Methoden und Kennzahlen aus dem letzten Jahrhundert.

Soziale Kompetenzen, keine Nerds

Wissensarbeiter/innen sind keine Nerds. Sie sind vertrauenswürdig und verfügen über unternehmerisches Denken. Zudem sind sie gute Teamplayer.

Organisch wachsen, horizontale Vernetzung

In Firmen der Wissensarbeit gibt es nebst kleinstmöglicher Hierarchie vor allem die horizontale Vernetzung. Verantwortung nach Skills und nicht nach Ausbildung und Anzahl Dienstjahren.

Freiheit (Arbeit und Werkzeuge)

Wissensarbeiter/innen brauchen maximale Freiheit, um sich richtig entfalten zu können. Es kann sein, dass die zündende Idee abends beim Sport kommt. Ist das dann Freizeit oder Arbeit? Wissensarbeiter/innen geben ihr Herz in die Firma. Lasst sie also auch mit dem Herzen entscheiden, womit wie und wann sie am besten arbeiten.


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