Wie könnten Konferenzen und andere Lernformate heute aussehen

Wie könnten Konferenzen und andere Lernformate heute aussehen

Konferenzen im herkömmlichen Sinne sind tot.

Aber der Austausch zwischen den Menschen bringt uns nach wie vor weiter.

Ich gebe es zu, ich bin (okay, war) ein Konferenz-Fan. Hier treffe ich die Leute aus der Branche, lerne Neues und schaue weit über den Tellerrand hinaus. Ich bin und war immer gern Teil der Publishing-Konferenzen-Welt.

In den letzten Jahren konnte ich eine Änderung bemerken. Es wurde immer schwerer, Menschen zu motivieren, zu Konferenzen zu kommen. Man war nicht mehr bereit, die Zeit, das Geld zu investieren. Und dann kommt da die (in meinen Augen) vermaledeite Frontalbeschallung hinzu. Einer spricht, alle müssen zuhören. Es kommt kaum zum Austausch. (Kam es nie, aber irgendwie war das früher okay.) Die Pausen sind zu kurz, schnell wird zum nächsten Vortrag gehetzt und schon ist man raus aus seinem kreativen, weiterführenden Gedanken. Der Referent ist vielleicht schon auf dem Weg nach Hause.

Und am Ende der Konferenz, vielleicht sogar mehrtägig, ist man hochmotiviert, wissensabgefüllt und zufrieden. Am nächsten Tag dann arbeite ich mich durch die volle Mailbox, tauche direkt in die Arbeit ein und spätestens nach ein paar Tagen verpufft der Konferenz-Effekt. Im besten Fall habe ich ein, zwei neue Themen, die ich mir mal anschauen muss, unbedingt, wenn mal Zeit ist. (Bei mir wäre das XD. Aber auch endlich mal den Elementor von WordPress, aber wann?)

Neue Formen wären gut. Und diese mit Bewährtem verbinden.

Was ich aber immer wieder sehr erfrischend und lehrreich und weiterbringend finde sind ganz andere Formen: Masterminds, Workshops, Produktionsbegleitung, Internet-Foren, BarCamps, die InDesignUserTreffen (in den Pausen, da wo die kniffligen Fragen zu mir kommen!) Themen-Stammtische und WanderWeekends mit Freunden aus der Branche. Also ganz normale Treffen, wo man sich austauscht. Ohne grosse Agenda. Wo alle teilhaben, wo jeder Wissens-Geber und Wissens-Aufnehmer gleichermassen ist. Hier lerne ich am meisten. Hier ist Zeit, um den Gedanken mal zu Ende zu denken. Hier findet reger Austausch statt. Hier lerne ich, nehme viel mit. Hier lerne ich genau zu diesem Zeitpunkt das, was ich zu diesem Zeitpunkt gerade brauche. Hier kann ich Fragen stellen. Mit anderen zusammen an Lösungen arbeiten.

Was mich interessieren würde, wäre: wann lernst du wofür? Wo holst du dir deine Lern-Einheiten? Wie baust du dein Wissen aus?

Ich wäre froh, wenn wir uns hier im Blog oder auch draussen, in der nicht-digitalen Welt darüber austauschen könnten.

Als Teil meiner Lernen-wieder-Lernen-Recherche bin ich auf verschiedene neue Formen gestossen. Und wir  (Haeme und ich) durften mit Christoph Schmitt, dem Mann hinter Bildungsdesign zum Thema Lernen und Gestaltung der Lernumgebung fachsimpeln. Ein wunderbarer Austausch entstand, der noch anhält und der uns alle bereichert – gegenseitig. Umso mehr freue ich mich, dass Christoph Schmitt und Martin Geisenheiner eine Veranstaltung lanciert haben, wo es genau darum geht: Wie kann die Zukunft der Treffen, des Austauschs, der Konferenzen aussehen. Denn eines ist mir klar: wir alle sehnen uns nach Austausch. Wie der künftig aussehen kann, soll auf dem BarCamp in Zürich angeschaut, entwickelt, diskutiert und probiert werden.

Wie könnten Konferenzen und andere Lernformate heute aussehen? Was soll da stattfinden und wie? 

Wie erzeugen wir Zufriedenheit und Commitment? Wie engagieren wir uns für ein Thema? Wie machen wir uns eine Angelegenheit zu eigen? Indem wir mitmachen, mitgestalten, aktiv sind. Ergebnisse, Erkenntnisse, Produkte werden wirklich zu unseren Ergebnissen, Erkenntnissen und Produkten, wenn wir sie mitentwickelt haben, wenn unser Input, Feedback, aber auch unsere Fragen eingeflossen sind.

Mit der #Initiate19 im Tram Museum in Zürich richten wir am 7. Juni ein Barcamp aus, in dem Wege für mehr Partizipation in Meetings, Trainings und Konferenzen nicht nur Inhalt, sondern auch Methode sind. Alle Teilnehmenden haben die Möglichkeit, eigene Erfahrungen mit partizipativen Formaten zu teilen, Fragen zu stellen oder neue Methoden miteinander auszuprobieren. Unsere Einladung heisst folglich: nehmt teil UND macht mit.

Du kannst dich hier noch ein wenig informieren, oder gleich anmelden: https://www.eventbrite.com/e/barcamp-tram-museum-tickets-59452535133

Sehen wir uns dort? Ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns an diesem ersten Event mal austauschen könnten, wenn viele Ideen sprudeln und die eine oder andere auch umgesetzt wird. Und ich würde mich freuen, wenn diese Art von Austausch in unsere Branche mehr Einzug hält.

Und für alle, die das zwar spannend finden, aber keine Zeit haben oder der Weg nach Zürich zu lang ist: ich hoffe, dass wir während der Veranstaltung online gehen oder hier auf dem Blog die Erkenntnisse teilen werden.

Bis bald – Heike


Foto: Chaay_tee adobe Stock & Barcamp der Initiative19


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  1. Richard Rüfenacht vor 2 Monaten

    Hallo Heike! Interessante Überlegungen! Ich beschäftige mich intensiv mit den Gründen für diesen Wandel. Mir erscheinen diese ziemlich radikal, aber in unserem Wertesystem nur sehr bedingt umsetzbar. Und die Bildungslobby verhindert dies wirksam. Der Austausch zwischen Menschen bringt uns weiter. Aber was genau wird da ausgetauscht? Und wie?

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    • Heike Burch vor 2 Monaten

      Hallo Richard,
      danke für deinen Kommentar! Was genau meinst du mit radikal? Und bedingt umsetzbar?

      Ich persönlich wünsche mir mehr Lernen, mehr natürliches Lernen. Machen, Testen, Fehler machen dürfen, zuhören, prüfen, nochmal selber machen, davon berichten. All das zusammen wäre doch ein guter Mix für das natürliche Lernen. Das ist für mich guter Austausch.

      Es gibt so viele Wege, wie wir in unseren Bereichen lernen. Wir müssen es nur machen. Umsetzen. Und wohl etwas mutig sein.

      Liebe Grüsse – Heike

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  2. Roman Schurter vor 2 Monaten

    Unbedingt sehen wir uns dort!

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