Wie Designer Geld sparen können – Ein objektiver Blick auf Abos

Wer im Design unterwegs ist, der braucht für die Arbeit eine Reihe von Tools, Vorlagen und vorgefertigten Assets. Die einen dienen dazu, Workflows effektiver zu gestalten, die anderen gehören zu unerlässlichen Instrumenten, ohne die es ganz unmöglich wäre, bestimmte Aufgaben zu erledigen.

Obwohl sich heute genug gratis Angebote im Web finden, greifen Profis meistens auf kostenpflichtige Lösungen zurück, weil diese in vielerlei Hinsicht mehr Vorteile bieten, was die Qualität, Optionen, Updates oder einen Support angeht. Wenn du also die besten Ergebnisse anstrebst, kommst du sowieso ohne zusätzliche Kosten nicht aus. Die Frage ist nur, ob diese wieder eingespielt werden können und wie hoch dabei dein Gewinn ausfallen wird. Es ist daher wichtig, die Ausgaben bei der Umsetzung von Design-Projekten ziemlich niedrig zu halten, wenn du einen höheren Verdienst erzielen möchtest.

Wer als Designer daran interessiert ist, seine Budgets zu schonen, der sollte verschiedene Sales und andere Sparoptionen nicht außer Acht lassen, und zwar:  

  • Rabatte und Aktionen – Bei vielen Anbietern von Design-Produkten gibt es Sonderpreise zu Black Friday, Weihnachten und anderen Anlässen 
  • Gutscheincodes – Designer-Websites, Blogs und Magazine bieten oft Gutscheincodes, die Rabatte auf Softwares und Grafik gewähren 
  • Bundles – Kombinationsangebote, welche aus mehreren zusammenhängenden Produkten oder Dienstleistungen bestehen und im Vergleich zum Einzelkauf günstiger kosten 
  • Abonnements – Abos sind mit Bundles vergleichbar, bieten aber einen zeitbegrenzten Zugriff auf eine größere Auswahl an Services bzw. Produkten. 

Die Preisnachlässe sind eine gute Sache, doch es gibt dabei etwas zu beachten. Wenn auch ein Angebot auf den ersten Blick lukrativ erscheint, stecken nicht hinter jeder Aktion wirklich lohnende Optionen. Besonders mit Abos kannst du falsch liegen, wenn du sofort zugreifst, ohne alle Für und Wider abgewogen zu haben. Möchtest du das Sparpotenzial dieses Nutzungsmodells voll ausschöpfen, dann solltest du dir darüber im Klaren sein, welche Fallen auf dich bei Abos lauern. Weiter möchten wir der Frage auf den Grund gehen, worauf es bei einem guten Abo ankommt und was du bei der Auswahl beachten musst, um als Designer von Abos zu profitieren. 

Abo: Zwei Seiten einer Medaille 

Seit einigen Jahren sind Abos weit über Zeitschriften hinausgegangen und zum populären Nutzungsmodell geworden. Neben Netflix, Amazon u.a. bieten mittlerweile viele Software-Unternehmen ihre Produkte im Abo. Relativ neu sind Abos von Microsoft (Office 365), Evernote (Plus und Premium). Der Software-Gigant Adobe verkauft jetzt seine besten Werkzeuge wie Photoshop oder Illustrator auch im Abo. Im Rahmen eines Abos erhält der Kunde einen Zugriff auf Produkte und Services für einen bestimmten Zeitraum und kann diese zum festen Preis nutzen, statt jeden Artikel separat erwerben zu müssen. Die Bedingungen wie Preis, Laufzeit u.a. können sich je nach Anbieter unterscheiden. Aber im Großen und Ganzen bringt das Abo-Modell normalerweise die folgenden Vorteile mit sich: 

Vorteile

Geldersparnis – Du musst nicht sofort viel Geld ausgeben, um dich an die Arbeit machen zu können. Bei Abos zahlst du einen relativ günstigen Preis für viele Produkte, die dir ansonsten teuer zu stehen kommen würden. Zum Vergleich: Früher verlangte Adobe für nur Photoshop knapp 1.500 Euro, derzeit kostet das Abo, das neben diesem Bildbearbeitungsprogramm auch andere Tools umfasst, 23,79 Euro monatlich.

Zeitersparnis – Du brauchst nicht, das Internet auf Suche nach passenden Elementen bzw. Instrumenten zu durchstöbern und deine Bibliothek mühsam zusammenzustellen. Mit einem richtigen Abo bzw. mehreren Abos hast du meistens benötigte Produkte zur Hand. 

Kostenlose Updates – Außerdem musst du dich nicht mit der alten Software begnügen, nur weil der Erwerb einer erneuerten Version deinen finanziellen Rahmen sprengen würde.

Nutzung, solange du es brauchst – Wenn keine Projekte in Planung sind, kannst du das Abo einfach beenden.

Nachteile

Es mag zwar verlockend sein, mit Design-Abos Geld zu sparen. Es lohnt jedoch sich auch diese Punkte im Auge zu behalten, ansonsten gehen die erwähnten Stärken schnell verloren: 

Ungünstige Kündigungsbedingungen – In einigen Fällen kann eine Abo-Kündigung nicht ganz einfach erfolgen und zusätzliche Kosten verursachen.

Keine regelmäßigen Projekte Wenn du Aufträge ab und zu erhältst, dann gelingt es dir höchstwahrscheinlich nicht, deine Ausgaben für Abos zu decken. Aus diesem Grund eignen sich kostspielige Abos auch für Einsteiger nicht, die normalerweise ihre Auslastung mit Projekten noch nicht genau einschätzen können.

Jahrestarif – Dieses Abrechnungsmodell bedeutet einen höheren Betrag, der auf einmal gezahlt werden muss, was sich Einsteiger nicht immer leisten können.  

Überzahlung Da du nicht alle Abo-Produkte, sondern nur einen kleinen Teil davon nutzen wirst, erweisen sich Abos tatsächlich als nicht besonders gewinnbringend. 

Unvorteilhafte Lizenzkonditionen Wenn eine Lizenz eingeräumt wird, die eine stark beschränkte Nutzung von Abo-Produkten vorsieht, dann verteuert diese Bedingung dein Produkt, und du verdienst bedeutend weniger. 

Designer-Abo ist nicht gleich Designer-Abo

Es gibt derzeit viele “Abos für Designer”, die jedem Designer nur mit Vorbehalt passen würden, weil sie sich auf verschiedene Bereiche fokussieren. Wenn du einmal auf das Angebot genau hinschaust, bemerkst du, dass bestimmte Produktgruppe überwiegt, z.B. Fotos, Webtemplates oder Grafikbilder. Um aus dem Service mehr Nutzen ziehen zu können, solltest du dich bei der Abo-Auswahl genau von deinen Bedürfnissen leiten lassen: Wie hoch ist der Anteil des Hauptproduktes? Wie oft du es benötigen wirst? Wir haben einige der auf dem Markt verfügbaren Abos für Designer näher unter die Lupe genommen und diese in Gruppen je nach Hauptprodukt aufgeteilt, um dir besser aufzuzeigen, wovon du dabei ausgehen solltest

1 Software-Abos

Unter Abos für Designer nimmt Creative Cloud von Adobe einen besonderen Platz ein. Das Unternehmen ist mit Abstand der größte Name für digitale Kreativität und weltbekannt für seine Vorzeigeprodukte wie Photoshop, Muse und Illustrator. Creative Cloud bietet jetzt im Abo Softwares für Designer, Webdesigner, Videografen und Fotokünstler. Abgesehen davon erhalten die Abo-Mitglieder auch einen Zugriff auf Anleitungen und Templates. 

2 Grafik-Abos

TutKit ist ein würdiger Vertreter der Abo-Services, die sich gut für Designer eignen. Die Streaming- und Download-Plattform positioniert sich als eine Fundgrube für Kreative und Webworker. Hier entdeckst du  allerlei Vorlagen und Presets aus den Kategorien 3D- & Motion-Design, Fotografie, Grafik-Design, Office & Marketing, Software und Webdesign. Trotz einer Fülle von Produkten, ist dieses Abo in erster Linie für Grafik- und Fotodesigner lohnend. Tutorials von TutKit zählen ca. 9150, in der Kategorie “Design-Assets” findest du etwa 2900 Produkte. 

3 Webdesign-Abos

ONE von TemplateMonster ist ein Abo-Service, der dir einen Zugriff auf eine umfangreiche Bibliothek mit über 10.000 vielfältigen Produkten fürs Design bietet. Als Mitglied kannst du Webtemplates, Plugins, Addons, Vektorbilder, Logovorlagen, Schriftarten, Präsentationsvorlagen, Fotos und anderes mehr nutzen. Obwohl auch Grafikdesigner viel davon brauchen würden, richtet sich das Abo eher auf Webdesigner, weil die Vorlagen für Websites, Blogs und Onlineshops den Löwenanteil von ONE-Produkten bilden. 

Bevor du dich für ein Abo entscheidest, solltest du dich also im Vorfeld sicherstellen, dass das von dir meistgenutzte Produkt die Mehrheit ausmacht. Damit sich dein Abo-Kauf auszahlt, ist es zudem ratsam, auf der Website eines Anbieters noch etwas zu klären: 

  • Kannst du nach der Abo-Kündigung deine Dateien bearbeiten bzw. nutzen?
  • Für wie viele Projekte darfst du Abo-Produkte verwenden?
  • Wird die kostenlose Testzeit gewährt? 
  • Gibt es Extras wie Rabatte für Abo-Mitglieder?

Solltest du bei einer großen Auswahl schnell die Übersicht über Abos verlieren, dann erweist sich dieser einfache Schritt als hilfreich: Veranschauliche alle dich interessierenden Abos in einer Vergleichstabelle wie folgt. Das nimmt dir sehr wenig Zeit in Anspruch, dafür hast du es leichter, Abo-Details zu berücksichtigen und die richtige Wahl zu treffen.

Fazit 

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Abos dir nachhaltig Kosten beim Design minimieren können. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass du ein Angebot findest, das bestens auf deine Anforderungen zugeschnitten ist.

Zur Autorin

Olga Kulmann arbeitet bei TemplateMonster. Ihr Interessenkreis umfasst von Online-Marketing über E-Commerce bis hin zum Webdesign. Olgas Anliegen ist es, die Blogleser mit besten Erfahrungen und geprüftem Expertenwissen in diesen Bereichen vertraut zu machen.


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