Wenn teurer plötzlich nicht mehr besser ist: Umstieg auf Affinity Photo Teil 1

Adobe-Programme haben mich viele Jahre lang täglich begleitet, das tun sie auch heute noch. Nur hat sich meine Sichtweise auf Adobes Publishing-Werkzeuge in den letzten Jahren etwas verändert. Was ist passiert und wie geht man vor, wenn man seinen Arbeitskollegen plötzlich ein Standardinstrument wegnimmt und durch etwas Fremdes ersetzt? Auf diese Fragen möchte ich in einer Beitragsserie mögliche Antworten liefern.

Genau hinschauen lohnt sich

Ich arbeite seit 2015 bei der ZT Medien AG in Zofingen. Zahlreiche Programme der Creative Cloud sind auf unzähligen Arbeitsplätzen installiert. Durch die hohe Userzahl arbeiten wir mit der Creative Cloud für Unternehmen. Viele Anwender nutzen dabei aber meistens nur ein oder zwei Programme täglich. In den Abteilungen Akzidenz und Zeitung gehören InDesign und Acrobat zum Standardwerkzeug. Photoshop wird von 1 bis 2 Powerusern täglich genutzt, viele andere bewegen sich nur gelegentlich darin. Illustrator wird in den beiden Abteilungen höchst selten eingesetzt.

Wenn man sich jetzt vor Augen führt, dass wir als Unternehmen jährlich einen hohen fünfstelligen Betrag für die Creative Cloud ausgeben, kommt man plötzlich ins Grübeln. Aus genau diesem Grund hat mich unser IT-Leiter vor einigen Monaten kontaktiert. Gemeinsam sind wir zum Schluss gekommen, dass wir einzelne Adobe-Lizenzen an den Arbeitsplätzen reduzieren müssen, an denen nicht täglich mit den Programmen gearbeitet wird.

Irgendwann lassen sich die Adobe-Programme für gewisse Arbeiten betriebswirtschaftlich nicht mehr rechtfertigen.

Ich kann anderen Medienunternehmen nur den Rat geben, nebst internen Prozessen und Denkhaltungen auch gängige Programme gelegentlich zu hinterfragen. Nur weil die Creative Cloud zum heutigen Standardwerkzeug eines jeden Medienhauses gehört, heisst das nicht, dass weniger oft genutzte Komponenten nicht durch deutlich preiswertere Produkte substituiert werden können. In unserem Fall haben wir entschieden, Photoshop und Illustrator vorerst auf 12 Stationen durch Affinity Photo und Affinity Designer zu ersetzen.

Ein Blick auf die Webseite des Herstellers zeigt, dass die Programme äusserst robuste Werkzeuge mitbringen. Und das (aufgrund einer momentanen Aktion) zu einem minimalen Preis von 39 Franken pro Produkt (kein Mietmodell). Gerade diese Woche wurden Photo und Designer kostenlos auf die finale Version 1.7 aktualisiert. Die neuen Funktionen haben es in sich:

Liste der neuen Funktionen in Affinity Photo 1.7

Wie geht es jetzt weiter?

Sorry, dieser erste Beitrag war sehr textlastig. Nächste Woche möchte ich kurz erläutern, wie wir bei der Evaluation nach einem Ersatzprodukt vorgegangen sind. Später werde ich dann die Funktionen gegenüberstellen und aufzeigen, wie wir den Arbeitskollegen kommuniziert haben, wieso teilweise neue Produkte eingeführt werden.

Ein Denkanstoss zum Schluss

Damit dieser Beitrag nebst dem finanziellen Aspekt aber doch noch etwas zum Nachdenken anregt, möchte ich aufzeigen, dass man immer einen Nutzen hat, wenn man seine Standardprogramme gelegentlich hinterfragt.

  • Durch die Evaluationsphase habe ich zwei neue Programme quasi „on the job“ gelernt, was ich toll finde.
  • Die Mitarbeiter dürfen sich wieder einmal mit etwas Neuem auseinandersetzen.
  • Je öfters wir uns (wenn auch nur im Kleinen) mit Neuem befassen, desto positiver reagieren wir auf Veränderungen. Und ich bin überzeugt, dass es genau diese Fähigkeit ist, die wir im Leben viel mehr trainieren sollten.

Herzliche Grüsse

Ihr/Euer Michel Mayerle


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  1. Felix Ruppen vor 2 Monaten

    Hallo werte Freunde
    Sind InDesign-Dateien mit Affinity-Publisher kompatibel?
    Gruss Felix

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    • Michel Mayerle vor 2 Monaten

      Hallo Felix

      Nein, das sind sie nicht. Wer weiss, ob das mal via idml möglich sein wird…

      Liebe Grüße
      Michel

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  2. Heike Burch vor 3 Monaten

    Hallo Michel – so cool, dich hier zu lesen!
    Und danke für deinen Bericht – in der Hoffnung auf eine echte Horizonterweiterung! Ich bin wirklich gesapnnt.

    Liebe Grüsse, Heike

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    • Michel Mayerle vor 3 Monaten

      Hallo Heike

      Ich freue mich auch. Horizonterweiterung ist immer gut 🙂

      Liebe Grüsse
      Michel

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  3. Christian Denzler vor 3 Monaten

    Erstmal: willkommen beim Publishing Blog lieber Michel. Ich freue mich auf deine Serie und kann nur bestätigen, was du schreibst. So gings mir, als ich mit Affinity Publisher begonnen habe. Als treuer InDesign-Nutzer sträubte sich zuerst alles. Nach und nach gewöhnte ich mich an die Oberfläche und fand Features, die ich mir beim quasi Monopolisten schon länger wünschte. Jetzt wo die Beta bald durch ist, hole ich mir sicher die definitive Version.

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    • Michel Mayerle vor 3 Monaten

      Vielen lieben Dank für deine netten Worte.

      Ich bringe mir Affinity Designer gerade bei. Es dauert noch ne Weile, bis ich mich darin zurechtfinde. Noch ist die Lernkurve steil. Aber ich freue mich auch auf die finale Version und werde sie ganz sicher kaufen.

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