Wenn das Fremde so vertraut ist (Teil 2 der Affinity Publisher-Serie)

Wenn das Fremde so vertraut ist

Aller Anfang ist schwer oder im Fall des Affinity Publisher anders. Tatsächlich kommt es mir als InDesign-Nutzer so vor, als ob ich einen Freund aus der Kindheit nach Jahrzehnten wieder treffe. Vieles ist vertraut und doch finden sich so viele neu Details.

Serif hat ihre Software nicht nur durchdacht, sondern optisch clever Adobe angepasst. Dabei meine ich nicht, dass sie die Optik kopiert haben. Der Affinity Publisher hat ganz klar seinen eigenen Look und doch, fühlt man sich ein bisschen wie im InDesign. Viele der Buttons und Menüs wirken vertraut. Logisch, denn die Basics sind für jedes WYSIWYG-Layout-Programm dieselben.

Aufgeräumtes Power-House

Was sofort auffällt, dass die Benutzeroberfläche aufgeräumter und nicht so zugekleistert ist. Klar kann man sich das auch im InDesign zurechtmachen aber beim ersten Mal öffnen, fällt das positiv auf. Im Gegensatz zu Adobe hat Serif auf farbige Icons gesetzt, was das Navigieren einfacher macht. Zumindest für mich. Neben Standardfunktionen wie Bild- und Textboxen, bietet der Publisher ein paar nette Zusätze. Was ich in InDesign seit der ersten Stunde vermisse, ist ein Protokoll. Ich will wie in Photoshop Schritt für Schritt zurückgehen können. Adobe könnte das längst einbauen. Warum sie es nicht machen, wissen nur sie. Der Affinity Publisher bietet diese kleine, aber feine Funktion an.

 

 

Weiter bietet der Publisher die Möglichkeit, Vektoren zu beschneiden und das ganze non-destruktiv. Das ist sowieso eines der Affinity Publisher-Top-Features. Auch wenn man über StudioLink ein Bild oder Logo in der Photo oder Designer Persona editiert, wird die Originaldatei nicht verändert. Der Switch zwischen den Personas ist nahtlos und das nervige switchen zwischen den Applikationen entfällt.

 

 

Ein schönes Feature ist die Anbindung an die Stock-Bilder-Datenbanken Unsplash, Pexels und Pixabay. Damit kann man schnell und ohne das Programm zu wechseln, ein Bild suchen und platzieren.

 

 

Der Affinity Publisher macht das, was ganz am Anfang InDesign gemacht hat: Freude. Selbstverständlich fehlen aber noch ein paar Features, die der einten oder die andere vermissen dürften: Es gibt keine Separations-Vorschau oder Datenzusammenführung. Auch kann man noch keine InDesigns öffnen. Dafür funktioniert das Importieren und Editieren von PDF ganz ordentlich.

Ja für mich fühlt sich der Affinity Publisher wie ein lange verschollener Freund an. Einer, den ich gerne wieder neu kennenlernen will.

Dieser Artikel ist Teil der Affinity Publisher-Reihe auf dem PublishingBlog. Was nimmt euch wunder am Publisher? Auf was soll ich mich beim Arbeiten damit speziell achten? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

Lest auch den 1. Teil der Serie: Der Affinity Publisher ist los!

Der Affinity Publisher ist los! (Teil 1 der Affinity Publisher-Serie)


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  1. Marcel vor 4 Monaten

    Was mich vom Umstieg nach wie vor abhält, ist einerseits der zu geringe Preis. Zu oft habe ich erlebt, dass Software zur Markteinführung gut und günstig ist und später, wenn die SW etabliert ist, plötzlich auf ein neues, wesentlich teureres Bezahlmodell umgeschwenkt wird. Jüngstes Beispiel: Sketch, das plötzlich auch nur noch als Abo erhältlich ist. Der Preis ist zwar (noch) verhältnismässig gering, doch wenn ich ein Programm nur sporadisch nutze, eben doch zu hoch. Wer weiss, vielleicht ist das Affinity-Paket in einigen Jahren teurer als die enorm leistungsfähige und breite Adobe Suite.

    Ein «Back to the Roots» ist in dem Fall nervig, aufwändig und kostenintensiv. Nicht nur das zurück-konvertieren der Dateien mit all den Kontrollen und nötigen Workarounds , sondern auch die verlorene Einarbeitungszeit.

    Die Separationsvorschau hatte mich beim Umstieg von XPress zu InDesign vom Hocker gerissen, damals revolutionär, heute (für mich) unverzichtbar.

    Trotzdem eine spannende Sache – und danke für den Bericht!

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  2. Sebastian MC vor 5 Monaten

    Hallo Michel
    Als Adobianer kann ich mir hier nicht verkneifen, auf das Urteil von St.Jaeggi zu verweisen, der sich mit seiner konzentrierten und unbestritten kompetenter Sicht auf PDF mal mit Affinity Publisher auseinander gesetzt hat..
    https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:6555410083453390848

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  3. Christian Krüger vor 5 Monaten

    Ich glaube, dass die wirklich einen ganz großen Wurf gelandet haben. Man spürt, dass die Leute von Affinity Serif für ihre Apps richtig fiebern und das überträgt sich auch auf mich. Bis Ende des Jahres will ich versuchen, ganz auf diese Apps umzusteigen und das Adobe Abo dann zu kündigen. Wenn ich unter Zeitdruck stehe, verwende ich in Moment noch die Adobe Apps, weil ich die am besten beherrsche. Wenn ich aber Zeit habe und offen dafür bin, nicht das Gewohnte zu erwarten, sondern auch wieder lerne „neu“ zu denken, machen mir die Affinity Apps richtig Spaß!
    Eine Sache vermisse ich in jedem Fall: bei Adobe kann ich die Arbeitsbereiche speichern. Das ist eine coole Sache, denn ich verwende sie bei großen Monitoren ausgeklappt, an meinen Macbooks möchte ich die Werkzeug-Paletten allerdings eingeklappt, um Platz zu sparen. Das erledige ich mit einem Mausklick bei den Arbeitsbereichen. Und das geht in der Form bisher nicht bei Publisher mit dem Studio.
    Außerdem finde ich bisher keinen Weg, die Standardschrift einzustellen. Arial ist nicht unbedingt meine Top-Wahl 😉
    Ich freue mich, hier noch mehr zu Publisher zu lesen! (und hoffentlich bald vielleicht außerdem auch zu Affinity Designer) 😀

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    • Christian Denzler vor 5 Monaten

      Das geht mir genau gleich. Noch ist Adobe-Software mein Produktionswerkzeug. Wenn ich Zeit habe, mache ich meine Layouts in Publisher, um ihn besser kennenzulernen.

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