Unsere Schulen sind von gestern

Es ist ein Thema, mit dem ich mich erst beschäftige, seit ich Vater bin. Ein Thema, das uns alle interessieren sollte, wenn wir wirtschaftlich in Zukunft überleben wollen: Wie werden unsere Kinder ausgebildet?

Dass Europa in Sachen Digitalkultur und Digitalwirtschaft enormen Aufholbedarf hat, ist nichts Neues. Nirgends merkt man das so gut wie an unseren öffentlichen Schulen. Der Stundenplan ist weitgehend derselbe, wie damals als ich zur Schule ging. Natürlich ist die Zeit nicht stehen geblieben. Selbstverständlich hat sich etwas getan. Hoffentlich auch. Im Vergleich zum Wandel unserer Welt ist die Schule aber immer noch im Rückstand.

Kernkompetenzen werden nicht gelehrt

Zugegeben wir lernen in unserer obligatorischen Schulzeit unglaublich viel. 90% davon für die Tonne. Nebst den offensichtlichen Kernkompetenzen wie zum Beispiel rechnen, lesen oder schreiben lernen wir alles, was wir heute benötigen, nach unserer obligatorischen Schulzeit. Die wichtigsten Skills für die Zukunft haben die Schulen kaum auf dem Radar: Sozialkompetenz, Coding, disruptives Denken, Digitalkultur, Wissensmanagement.

Wir erklären den Kindern, dass sie vorsichtig im Netz und auf Facebook sein sollen, warnen vor Cybermobbing und nennen es «Medienkompetenz». Niemand erklärt den Kindern aber, was ein Algorithmus ist und wie er unser Leben im Netz steuert. Wie wertvoll ihre Daten sind und dass man bei Google nicht die besten Suchresultate bekommt, sondern die, die am meisten bezahlt haben.

Wir züchten Bienen

Unser Schulsystem stammt aus der Zeit der Industrialisierung. Damals brauchte man vor allem eines: unkritische und kreativlose Arbeitsdrohnen. Entsprechend sind die Schulen aufgebaut. Sie ersticken kreatives und disruptives Denken im Keim, anstatt es zu fördern. Kinder, die eingefahrene Abläufe hinterfragen, werden als Störung «herausgeschnitten» und nicht motiviert. Warum lehren unsere Schulen nicht die Widerspruchskultur? Warum gibt es keine Debattierklubs, die den Schülerinnen beibringen, sich gegen den Mainstream zu stellen und sich zu behaupten? Unsere Gesellschaft braucht kritische Individuen und keine anspruchslosen Drohnen. Die Denkweisen des 19. Jahrhunderts sind definitiv passé.

Systembedingt langsam

Unser Schulsystem ist darauf ausgerichtet auf das vorherrschende System vorzubereiten und nicht aufs Leben. Systembedingt bewegt die Schule sich aber nur träge. Momentan führt das zum Problem, dass sie der immer schneller werdenden Gesellschaft massiv hinterherhinkt und auch kaum Chancen hat, je aufzuschliessen. Auch das System, auf das sie vorbereiten sollen, rennt ihnen davon. Dazu kommt, dass bei der öffentlichen Schule Menschen an den Schalthebeln sitzen, die noch nicht einmal gemerkt haben, dass sie an der Welt vorbei unterrichten.

Digitalisierung begreifen

Um zu verstehen, was die Schule versäumt und wo sie nachbessern sollte, muss man sich unsere Gesellschaft vor Augen führen und sich die heutige Jugend genauer anschauen.

Wir leben in einer Welt, die zunehmend vernetzt ist. Facebook, Google, Snapchat, Instagram, Youtube, Netflix und iTunes/Apple Music bieten rund um die Uhr und ohne Wartezeit Information, Kommunikation und Unterhaltung. Die heutige Jugend ist es gewohnt, auf alles sofort und überall zugreifen zu können. Parallel mehrere Dinge gleichzeitig zu tun ist für sie kein grosses Problem dank dem Smartphone. Das führt aber bei manchen auch dazu, dass sie sich nicht mehr lange und fokussiert auf eine Sache konzentrieren können bzw. wollen. Damit muss die Schule lernen umzugehen. Am besten ohne Verbote.

In der digitalen Welt finden sich Jugendliche problemlos zurecht. Informationen werden angezapft und weitergegeben. Youtube erklärt Dinge besser als manche Lehrerin. Erst kürzlich hatte ich ein anregendes Gespräch mit einer befreundeten Oberstufenlehrerin. Sie sagte mir, dass sie in einer Stunde versucht habe, den Kindern den Satz des Pythagoras zu erklären. Während des Unterrichts schaute sie aber meist nur in verwirrte Gesichter. Am anderen Tag kam einer der Schüler auf sie zu: «Ich habe den Satz des Pythagoras gegoogelt und begreife ihn jetzt. Youtube erklärt das viel besser als Sie». Dieser Satz sollte zu denken geben. Böse Zungen könnten nun anbringen, dass es an der Lehrperson liegt. Ich bin aber davon überzeugt, dass es nichts damit zu tun hat. Vielmehr sind die jugendlichen Gehirne heute anders vernetzt als früher. Sie nehmen Informationen anders auf und speichern sie anders ab als noch vor 20 Jahren. Ich verstehe dann auch die Aussage meiner Kollegin: «Warum soll ich Tag für Tag vor die Klasse stehen und Frontalunterricht machen, wenn das Lernziel mit einem Youtube-Film schneller erreicht wird? Wir haben immer das Gefühl, die Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben aber warum soll unsere Art zu unterrichten, die einzig Richtige sein?» Die Aussage beweist auch, dass es nicht am Lehrpersonal liegt, dass sich in der Schule nichts tut. Die meisten Lehrer sind durchaus selbstkritisch und sehen die Probleme des Systems.

Klassen könnten wie Thinktanks oder Start-ups aufgebaut werden | Photo by Brooke Cagle on Unsplash

Was nun?

Nebst den im Text schon erwähnten Punkten müssten die Verantwortlichen beim Staat und in den Schulen vor allem eines tun: Den Markt und den Endkunden anschauen. Was wird verlangt? Was benötigen unsere Schützlinge? Darüber hinaus muss es politisch ermöglicht werden, dass sich Schulen schneller umbauen und neu orientieren können. Reformen dürfen nicht Jahre dauern, sondern müssten auf den Markt reagieren können. Jugendliche sollten nebst den klassischen Skills vor allem Dinge wie Programmieren, Sozialkompetenz, disruptives Denken und Wissensmanagement beigebracht bekommen. Wer in Zukunft nicht weiss, um was es bei C++, PHP und Java geht, wird schon bald aussen anstehen wie Menschen, die heute in der Arbeitswelt kein Englisch beherrschen.

Man könnte Klassen wie kleine Start-ups oder Thinktanks organisieren, die gemeinsam und mit dem Einsatz von digitalen Mitteln Know-how aufbauen und verwalten. Lehrpersonen nehmen sich zurück. Sie stellen nur noch die richtigen Fragen und lassen die Kinder die passenden Antworten dazu finden. Die Lehrerin überprüft lediglich die Quellen und füllt die Lücken. So würde lernen endlich wieder Spass machen und das Wissen würde eher haften bleiben.

Ein wichtiger Punkt zum Schluss: Als Erstes muss das unsägliche Notensystem abgeschafft werden. Noten nützen niemandem. Sie bauen nur die auf, die sowieso schon gut sind, und zerstören die, die mit dem heutigen System nicht klarkommen.

Wenn unsere öffentlichen Schulen endlich den Wandel begreifen und handeln können, dann haben wir noch eine Chance. Ansonsten werden wir bald Zustände wie in Amerika haben, mit einem überragenden privat finanzierten und einem schwachen staatlichen Bildungssystem. Erste Tendenzen sind leider schon heute erkennbar. Gute Bildung wird dann nur noch erhalten, wer es sich leisten kann. Ganz ehrlich: eine schreckliche Vorstellung.

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  1. Matthias vor 2 Wochen

    Herr Denzler
    Ich kann Ihre Kritik durchaus nachvollziehen und sehe, dass sehr vieles optimiert und neu gedacht werden sollte.
    Trotzdem meine ich, dass Sie mit Ihren Aussagen etwas über das Ziel hinausschiessen.

    Nur ein Beispiel:
    So erachte ich Ihre Aussage, dass 90% vom derzeitigen Schulstoff für die Tonne sein soll, als arg übertrieben. Dies mag zutreffen, wenn Sie den reinen Inhalt betrachten. Doch werden im heutigen Schulsystem verstärkt Kompetenzen, Arbeitsmethoden und Denkweisen erlernt, welche unabhängig vom Inhalt angewendet werden können. So könnte es für Ihr Kind inhaltlich nicht sonderlich relevant sein, wenn es eine Arbeit über den Regenwurm schreiben muss; doch lernt es dabei ein Thema zu erarbeiten und sich darin zu vertiefen. Dies ist hiernach mit allen möglichen Inhalten anwendbar. Auch mit Inhalten, welche möglicherweise mehr dem entspricht, was Ihr Kind später einmal wissen müsste.

    Ich möchte Sie nicht davon abhalten, unser Schulsystem mit konstruktiver Kritik voranzubringen; im Gegenteil. Doch scheint mir eine faire Einschätzung der Lage unabdingbar, um mehr als nur Groll bei den zuständigen Personen zu erzeugen. Nur so ist eine Grundlage vorhanden, auf der Neues entstehen kann.

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  2. Bess Erwisser vor 2 Wochen

    Inhaltlich ein sehr guter Bericht. Danke!
    Schade, dass es in fast jedem Absatz Komma- und Orthografiefehler hat. Offenbar wurde damals diese Kernkompetenz nicht genug gefördert …

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    • Christian Denzler vor 2 Wochen

      Womit wir beim Thema wären 😉 Sie haben ihr überragendes grammatikalisches Wissen wahrscheinlich auch nach der obligatorischen Schulzeit erworben.

      «In jedem Satz» halte ich dann aber doch für ein bisschen überspitzt. Trotzdem habe ich den Text nochmals durchgesehen und ein paar unschöne Sätze angepasst. Danke für den Input. Kommas waren tatsächlich noch nie meine Stärke. Schuldig im Sinne der Anklage.

      PS:
      Der Text ist Duden geprüft. Aber auch der Konrad wusste nicht alles.

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    • Bess Erwisser vor 2 Wochen

      Herr Denzler, Sie wollen mich wohl produzieren 🙂

      1. «in fast jedem» ≠ «in jedem»
      2. «Absatz» ≠ «Satz»
      3. Der Konrad kann (zurzeit) gar nicht alles prüfen, weil er in Satzzusammenhängen nicht ausgebildet wurde; ist also nicht seine Kernkompetenz.

      Sorry für meine etwas pedantischen Beiträge, aber das war – ausgerechnet bei diesem Thema – einfach ein Steilpass von Ihnen, den ich annehmen musste.

      PS: Finden Sie es nicht auch seltsam, dass just beim Konjugieren von «Wissen» der Herr Duden versagt? Ansonsten hätte er wohl Ihr «weis» in ein «weiss» korrigiert … (siehe Abschnitt «Was nun», erster Absatz).

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    • Christian Denzler vor 2 Wochen

      Ui das weis ist mir peinlich. Den habe ich tatsächlich überlesen. Produziert sind Sie ja schon 😊 und auch ich meine es nicht böse. Dass ich zu dem Thema mit jedem Fehler einen Steilpass biete, war mir bewusst und mich kränken konstruktine Inputs grundsätzlich nicht.

      Trotzdem müssen wir das Thema Schulen unbedingt diskutieren, was wir hier ja auch tun. Zu meiner grossen Freude.

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  3. Martin Bacher vor 2 Wochen

    Hallo Christian, spannender Bericht. Ich sehe das gleich wie du und wie es aussieht gibt es noch viele weitere Meinungen dazu.

    Es gibt durchaus Schulen, die bereits erkennen wohin die Reise geht. Wie beispielsweise bei uns:
    https://www.youtube.com/watch?v=u5ii87c2I_s
    http://www.luzernerzeitung.ch/nachrichten/zentralschweiz/obwalden/kinder-bringen-thymio-zum-laufen;art178330,1110365

    Ich bin überzeugt, dies ist nicht nur bei uns der Fall. Mit dem Lehrplan 21 findet ohnehin eine Umstrukturierung statt. Ob gut oder schlecht, sei hier dahingestellt.

    Es ist nicht nur eine geografische Angelegenheit, aber die Bevölkerung und die Örtlichkeit setzt automatisch Schwerpunkte. Das führt zur Entwicklung der Interessen der Kinder und Jugendlichen. Ländliche Gegenden haben (heute) nicht/wenig Bedarf an IT und Technologie, z.B. Bauernfamilien, Handwerksbetriebe usw. (sie werden aber früher oder später von der Robotik eingeholt) Die Freizeitgestaltung ist hierbei ebenso wichtig. Würde es Angebote geben, welche die beschrieben Fähigkeiten fördern würde, könnte das Ziel erreicht werden. Der Kompromiss; nur jene, welche es sich leisten können. Das wiederum würde deine Worte unterstreichen.
    Ich bin der Ansicht, dass nicht nur die Schulen die Verantwortung tragen, sondern auch wir als Eltern in der Pflicht stehen, unseren Kindern die Welt aufzuzeigen.

    Wir sehen die Welt, wo wir uns befinden. Unsere Stärken sind die Medien und wir müssen keine Handwerklichen Fähigkeiten haben. Es gibt Berufstätige, die Wissen nicht wie eine Schlagbohrmaschine zu bedienen ist. Ein Regal an die Wand hängen ist ein Ding der Unmöglichkeit. Selber etwas von Hand erschaffen ist für sie unmöglich. Bedeutet, lieber wegwerfen und ein neues Produkt kaufen anstatt selber reparieren. Hallo Wegwerfgesellschaft. In der Zeit von Bio, Recycling und Ökologie irgendwie seltsam… Es geht auch um unsere Werte.

    Die Schulen sind ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg zum Erwachsenenalter, ich werde versuchen meinen Kindern eine vielseitige Welt aufzuzeigen. Flexibilität, Neugier, Mut, Durchhaltevermögen sind aus meiner Sicht wichtig. Oder wie ein alter Bekannter mal sagte: Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig.

    Egal wohin die Reise geht, das Ziel werden wir nie erfahren. Die Weiterentwicklung ist aber wichtig, sonst würden wir heute noch mit Kutschen und Öllaternen die Welt bereisen. Auch dazumal gab es Personen, die sich in die Zukunft bewegten und so wird es auch immer sein.

    Ich freue mich auf die Zukunft, denn jeder ist seines Glückes Schmied.

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    • Christian Denzler vor 2 Wochen

      Lieber Martin

      Danke für deinen Input. Das ich ein paar Menschen damit auf den Schlips trete, ist mir bewusst. Aber auch, dass es genug Menschen gibt, die es ähnlich sehen. Festgefahrene Strukturen zu kritisieren stösst bekanntlich immer auf Widerstand.

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  4. Christoph Weiller vor 2 Wochen

    Lieber Herr Denzler, danke für Ihren Beitrag. Ich war früher selber Primarlehrer und habe immer auch etwas mit «dem System» und v.a. mit den Lehrmitteln gehadert. Trotzdem sehe ich mich bemüssigt, hier 2, 3 Punkte etwas geradezurücken:
    1) Schulreformen werden immer Jahre von der Idee bis zur Umsetzung brauchen. Demokratie ist träge, aber wichtig.
    2) Auch im jetzigen System ist es möglich, motivierenden, spannenden und individualisierenden Unterricht zu machen.
    3) Lernen hat immer mit ein bisschen Anstrengung zu tun. YouTube schauen ist in erster Linie bequem und gut für Google, macht aber noch keine Einsteins.
    4) Jeder Lehrperson stand es schon immer offen, Filmmaterial im Unterricht einzubauen. Heutzutage ist das leichter denn je.
    5) Zum Glück gibt es heute nur noch wenige Lehrpersonen, die ausschliesslich frontal unterrichten. Allerdings sind erfahrungsgemäss schwächere Schülerinnen und Schüler mit freien Lernformen oft überfordert.
    6) Wie weit eine Lehrperson einzelnen Kindern gewisse Freiheiten lässt, hat weniger mit dem System zu tun, als mit der Lehrperson selbst, die sich hinter dem System verbirgt – oder eben auch nicht.

    In diesem Sinne möchte ich Sie als Vater eines künftigen Schulkindes motivieren, nicht die Schule zu verteufeln, sondern konstruktiv und gemeinsam mit den Lehrpersonen Wege zu finden, die Ihrem Kind gerecht werden. Meiner Erfahrung nach sind viele Lehrpersonen, v.a. diejenigen mit genügend Selbstvertrauen, sehr offen für aktive Eltern, die an der Schule teilhaben und sich einbringen möchten.

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    • Christian Denzler vor 2 Wochen

      Grüezi Herr Weiller

      Vielen lieben Dank für den wertvollen Input. Da ich in meinem Umfeld ein paar Lehrpersonen habe, ist mir absolut klar, dass es in den wenigsten Fällen an der Lehrerin oder dem Lehrer liegt. Im Gegenteil: Sie leisten im beschränkten Rahmen, den sie zur verfügung haben einen tollen Job.
      Meine Kritik ist vor allem an der Politik, die unsere heutige Welt immer noch nicht begreift oder begreifen will (auch hier gibt es löbliche Ausnahmen) und an einem System, dass im vorletzten Jahrhundert konzipiert wurde und schlicht unseren Anforderungen nicht mehr gerecht wird. Zu Ihren Punkten:

      1) Demokratie ist wichtig, da haben Sie recht. Eine Reform sollte allerdings innerhalb eines Jahres durch sein (was bei der heutigen Geschwindigkeit auch zu lange ist). Auch mit dem demokratischen Prozess. Das Problem ist, dass zu viele Interessen mit drin hängen und bei vielen der politische Wille fehlt etwas zu ändern. In den 7 Jahren, die ich ein bisschen politisch aktiv bin, habe ich das leider zu oft miterlebt. Um Haeme zu zitieren: «Man muss wollen wollen».

      2) Das bezweifle ich nicht. Auch ich hatte beides: tolle und langweilige Lehrer. Trotzdem fehlen wichtige Kernkompetenzen, die gar nicht gelehrt werden.

      3) Da bin ich bei Ihnen. Das Beispiel sollte eher aufzeigen, dass die heutige Situation für gewisse Lehrer selbst unbefriedigend ist.

      4) Auch da kein Widerspruch meinerseits. Leider aber auch da: Es fehlen wichtige Kompetenzen.

      5) Daher mein Vorschlag der Thinktanks. Da können starke Schüler alleine arbeiten und die Lehrperson hat mehr Zeit sich allenfalls um schwächere Schüler zu kümmern. Optimal lernen die Starken, Rücksicht zu nehmen, die Schwächeren zu unterstützen und aufzubauen. Das steigert nicht nur den Lernerfolg sondern auch die Sozialkompetenz und das Gemeinschaftsgefühl.

      6) Das kann ich von meiner Warte aus nicht beurteilen. Glaube das aber grundsätzlich auch.

      Als letztes muss ich sagen: Ich freue mich, dass der Blogeintrag zu einer Diskussion führt. Genau das wollte ich unter anderem erreichen. Vielen Dank.

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  5. Rai Deck vor 2 Wochen

    Hallo Herr Denzler,
    ein sehr schöner und gut geschriebener Artikel! Gleichzeitig blitzt hier aber auch das Dilemma unserer heutigen diversifizierten Gesellschaft auf: ganz ganz viele Leute wissen eigentlich, dass man an vielen Stellen von Politik und Gesellschaft etwas verändern müsste, um diese Welt endlich vernünftiger und gerechter zu machen, vielleicht auch eher ein wenig kreativer als digitaler, es nützt aber irgendwie leider immer gar nichts, wenn man Meinungen dann online veröffentlicht, weil dabei aktiv dann nie etwas dabei herauskommen wird. Selbst 100.000 Likes auf Facebook machen eben noch kein neues Gesetz, wissen Sie, was ich meine? Man müsste halt tatsächlich, um Verkrustungen zu lösen, ins (leider an vielen Stellen ebenso verkrustete) politische System einsteigen, um dann auch wirklich etwas zu verändern. Dieser Weg ist natürlich viel viel schwieriger und langwieriger, als ein paar nette Online-Kommentare. Schade ist das zwar, denn Sie haben mit ihrem Artikel schon bewiesen, dass Sie in politischer Funktion bestimmt einiges Positives leisten würden, aber man kann Sie halt nicht wählen, sondern im Web leider nur zufällig auf ihren Artikel stoßen. Trotzdem nochmals Respekt für die Arbeit, die Sie in ihre schönen Zeilen gesteckt haben, weiter so!

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    • Christian Denzler vor 2 Wochen

      Lieber Herr Deck

      Vielen Dank für Ihre Worte, die ich 100% teile. Das ist auch der Grund, warum ich seit 2011 politisch aktiv bin. Wie Sie aber schon selber festgestellt haben, ist es eine langwierige Reise, die nicht einfacher wird, wenn man Familie, Beruf, Hobbys und Politik unter einen Hut bringen will.

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  6. Haeme Ulrich vor 3 Wochen

    lieber Christian. Leider hast du zu 100% recht. Ich kann das als Vater von zwei Kids, die nicht 100% ins „System“ passten, weil ihr Vater überhaupt nicht rein passt, bestätigen. Die Schule bereitet auf „das System“ vor, nicht auf das Leben. Und „das System“ ist hier in unserer Region noch immer auf Industrie statt Digitalisierung getrimmt.

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    • Christian Denzler vor 3 Wochen

      Weswegen ich mich schon auf die Schulzeit meines Kindes freue (und meine Frau sie fürchtet :)).

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