Solopreneurship als Trend des digitalen Arbeitens

Was unterscheidet den Solopreneur von einem Selbstständigen?

Unter Solopreneurship versteht man eine Mischform, die ganz bestimmte Eigenschaften einer klassischen Selbstständigkeit und des Unternehmertums miteinander verknüpft. Genau wie ein Selbstständiger arbeitet auch der Solopreneur allein, d. h. ohne Mitarbeiter. Während der Selbstständige seine Arbeitszeit für Geld verkauft (Ausführung von Dienstleistungen, Herstellung von Produkten), findet dieser Tausch von Zeit gegen Geld beim Solopreneur nicht statt.

Der Solopreneur fertigt in der Anfangsphase ein Produkt an, dass nach der Fertigstellung ohne sein Zutun automatisiert und beliebig oft verkauft werden kann. Genau wie der Unternehmer über seine Mitarbeiter seine Arbeitskraft vervielfältigt, sprich skaliert, so skaliert ein Solopreneur über seine Produkte.

Warum ein Solopreneurship im digitalen Zeitalter immer mehr an Beliebtheit gewinnt

Die Rahmenbedingungen, die ein Solopreneurship definieren, zwingen viele, ihre Arbeit ins Internet zu verlegen. Denn nur online ist ein derart hoher Grad der Automatisierung möglich. E-Books, Hörbücher, Videokurse, Affiliateseiten, Vergleichsportale, Buchungsplattformen oder Dropshipping-Seiten laufen nach der Erstellung fast voll automatisiert und können von beliebig vielen Usern gleichzeitig genutzt werden.

Das eigene Geschäft ins Internet zu verlagern, bringt noch einen weiteren großen Vorteil mit sich. Du bist nun ortsunabhängig. Die digitalen Nomaden dieser Welt haben diesen Luxus schon früh für sich entdeckt. Jeder Fleck auf diesem Planeten, der einen halbwegs vernünftigen WiFi-Zugang bietet, kommt als potenzieller neuer Arbeitsplatz infrage. 

Welche Hürden erwarten zukünftige Solopreneure?

Die Vorstellung, mithilfe eines automatisch laufenden Online-Business durch die Weltgeschichte zu reisen, klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Die Realität zeigt, dass dies durchaus möglich ist. Die Hürden und Schwierigkeiten auf dem Weg zum erfolgreichen Solopreneur, sind jedoch vielen nicht bekannt. 

Schnell und einfach gibt es nicht

Gewarnt werden sollte an dieser Stelle vor unseriösen Coaches und Online-Kursen. Hast du auch schon einmal so eine Werbung gesehen?

«Ich zeige dir in meinem neuen Online-Kurs die 5-Schritte-Erfolgsformel, wie du dir ohne Vorkenntnisse und ohne Startkapital und von Zuhause aus ein voll automatisiertes Online-Business aufbauen kannst, dass dir jeden Monat fünfstellige Beträge einbringt…»

Die Verführung ist groß, eine Abkürzung nehmen zu wollen. Versprechungen wie „in wenigen Wochen“, „ganz einfach“, „ohne Vorkenntnisse“ und „ohne Startkapital“ klingen verführerisch. 

Abgesehen davon, dass die meisten solcher Leute ihr Geld damit verdienen, anderen zu zeigen, wie sie Geld verdienen, haben diese Kurse nur ein Geschäftsmodell, das für alle Kursteilnehmer gleich ist. Willst du wirklich das Gleiche wie alle anderen? 

Lösung:

Informiere dich vorher, welche Geschäftsmodelle für ein Solopreneurship zur Verfügung stehen. Empfehlen kann ich an dieser Stelle die Bücher „Solopreneur“ und „Smart Business Concepts“ jeweils geschrieben von Brigitte und Ehrenfried Conta Gromberg. Mache dir klar, welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Geschäftsmodelle bieten, welche Möglichkeiten der Automatisierung es gibt und wie viel Zeit und Geld nötig sind, bis die Investitionen sich rentieren. 

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es sinnvoll ist, sich an jemanden zu wenden, der das bereits erreicht hat, was du erreichen willst. Dadurch sparst du vor allem Zeit, weil du aus den Fehlern anderer lernst und dir nicht alle Informationen einzeln zusammensuchen musst, und Zeit ist bekanntlich Geld. Hilfreich ist es daher gezielt nach einer seriösen Person bzw. Kurs zu suchen, der dir genau das beibringt, was du lernen musst. Starten kannst du deine Suche beispielsweise auf Udemy.

Marktforschung und Nachfrage checken

Da ein Solopreneurship eine Unternehmensform ist, kommst du um grundlegendes Marketing Know-how nicht herum. Denn das beste Produkt bringt dir nichts, wenn es niemand kaufen will. Zu leicht verfällt man dem Gedanken, dass die eigene Produktidee das Nonplusultra sei, ohne vorab geprüft zu haben, ob überhaupt eine Nachfrage danach existiert. 

Mit folgenden Steps kannst du gezielt deine Marktforschung und Nachfrage überprüfen.

  1. Googele nach deinem Produkt bzw. nach dem Problem, das du lösen willst. Siehst du in den Suchergebnissen bereits erste potenzielle Konkurrenten, dann ist das ein Hinweis darauf, dass für dein Produkt bereits ein Markt existiert. 
  2. Um sicherzugehen, dass zu diesem Markt auch eine ausreichende Nachfrage herrscht, kannst du beispielsweise über Ubersuggest das monatliche Suchvolumen deiner Suchbegriffe abfragen.
  3. Da du ja nicht genau das Gleiche machen willst, wie alle anderen (siehe nächster Abschnitt) empfiehlt es sich, bevor du All-In gehst, erst einen Prototyp zu entwerfen und diesen ausgiebig zu testen.

Dein Alleinstellungsmerkmal (USP)

Wenn ein Geschäftsmodell bei anderen funktioniert, kann es auch bei dir funktionieren. Problematisch wird es nur, wenn zu viele Leute das Gleiche anbieten. 

Stell dir vor, du hast bei deiner Marktforschung herausgefunden, dass jeder Mensch im Jahr drei neue T-Shirts kauft. Bei etwa 100 Millionen Menschen in der D-A-CH Region macht das 300 Millionen T-Shirts im Jahr. Zusätzlich hast du gesehen, dass man T-Shirt-Shops super automatisieren kann. Du kannst das Geld schon förmlich riechen …

Nachdem du deinen Markt erforscht und eine Nachfrage wahrgenommen hast, solltest du dich fragen, warum potenzielle Kunden ausgerechnet bei dir kaufen sollten. Was unterscheidet dich von den anderen unzähligen Anbietern?

Lösung:

Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie du aus der Masse herausstechen kannst. 

  • Du bist schneller als alle anderen
  • Du bist günstiger als alle anderen 
  • Du bietest die beste Qualität 

Abgesehen von diesen drei Stellschrauben sollte dir viel daran liegen, eine loyale Kundschaft aufzubauen. Loyale Kunden werden nicht nur immer wieder bei dir kaufen und dich den anderen Anbietern bevorzugen, sie kaufen auch unabhängig von den Faktoren Zeit, Preis und Qualität.

Apple hat beispielsweise über Jahrzehnte eine loyale Armee von Kunden aufgebaut, die alles kaufen, was Apple auf den Markt wirft. Wenn du mehr zu diesem Thema erfahren willst, dann empfehle ich das Buch „Start with why“ von Simon Sinek. 

Fazit

Der Weg zum Solopreneur ist durchaus aufregend und spannend. Grundsätzlich gilt wie bei allen anderen Unternehmensformen, sich erst mit dem Theorieteil auseinanderzusetzen, um böse Überraschungen zu vermeiden. Es hilft ungemein, sich vorher einen Fahrplan zurechtzulegen, einen Schritt nach dem anderen zu gehen und sich frühzeitig Unterstützung zu holen. Der lange Atem wird am Ende belohnt. Und wer ausschließlich dem Geld hinterherjagt, der hat das Konzept eines Solopreneurships noch nicht verstanden.

Über den Autor:

Moritz Winter ist Redaktionsleiter und Head of SEO beim MONEDOS Magazin. Als ehemaliger Fashionblogger mit viel Marketing Know-how übernimmt er die strategische Leitung der Redaktion. Zusätzlich ist er auch Mitbegründer der SEO-Freelancer Seite hausamseo.de.

Er sagt von sich „Wenn meine Texte auch nur einen einzigen Menschen da draußen inspirieren oder motivieren, dann habe ich alles richtig gemacht“.


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