Social Learning – Lernen im Netz

Die erste Grundregel für menschliche Kommunikation lautet «Man kann nicht nicht kommunizieren» (Paul Watzlawick). Das gleiche gilt für mich auch für das Lernen: wir können nicht nicht lernen. Wir lernen täglich Neues. Und stossen immer wieder auf neue Herausforderungen, die wir mit bestehendem Wissen nicht lösen können. Dann suchen wir passende Informationen, bewerten diese im Zusammenhang, verknüpfen das neue Wissen mit bestehendem und sind danach in der Lage das Problem zu lösen. Und das ein Leben lang.

Dies geschieht nicht nur in formellen Lern-Situationen, sondern jederzeit und überall. Immer wenn wir Fragen haben und uns auf die Suche nach Antworten machen. Die am häufigsten verwendeten Werkzeuge hierfür sind heute selbstverständlich Internet-Dienste. Es gibt sehr wenige Probleme, die wir mit Google, Wikipedia, Youtube und Co. nicht lösen können.

Meistgenutzte Werkzeuge

Jane Hart veröffentlich seit über 10 Jahren eine Liste der meistgenutzten Tools in der Bildung. In der aktuellen Ausgabe der «Top 200 Tools for Learning 2017» ist Youtube klar der meistgenutzte Kanal für persönliche und professionelle Weiterbildung. Dicht gefolgt von Google, Twitter und LinkedIn. Twitter und LinkedIn um mich weiterzubilden? Ja, und ob. Insbesondere Twitter wird stark dazu genutzt Interessierte mittels Links auf Blogs und LinkedIn-Beiträge aufmerksam zu machen. Twitter ist im Moment DER Booster für selbstgesteuerte Lern-Prozesse und meine absolute Nummer Eins fürs Lernen.

Twitter als Informationsquelle

Wenn du auf Twitter thematisch den richtigen Personen, Firmen und «Stimmen» folgst, dann wird aus dem Gezwitscher sofort ein sehr wertvoller Informationskanal. Interessieren dich die Themen Lernen 4.0, Blended- und E-Learning, kannst du gerne meinem Twitter-Account @Roli_Ernst folgen und wirst dadurch schnell und einfach zu einem themenspezifischen Informations-Netzwerk gelangen. Ich nutze diesen Kanal intensiv und fast ausschliesslich zu diesem Zweck. Damit bekomme ich täglich neues Wissen für meine Arbeit und meine Weiterbildung.

Verschiedene Quellen nutzen

Der grosse Vorteil ist, dass ich mir mein Wissen aus sehr vielen Quellen zusammenstellen kann. Ganz im Gegensatz zu früher, als ich mir das Wissen aus Fachzeitschriften aneignete. Diese Beiträge wurden von Journalisten zusammengestellt. Die Selektion was wertvoll und lesenswert ist, fand also nicht durch mich statt. Das ist nun anders: ich entscheide, welchen Personen und Firmen ich folge und stelle mir so meine Quellen individuell zusammen.

So entsteht neben dem beruflichen, formell erworbenen und mit formalen Abschlüssen belegten Wissen ein grosser Fundus an Informationen. Diesen wandeln wir bestenfalls in neues Wissen um und erlangen daraus neue Kompetenzen für Leben und Arbeit. Das Problem ist heute nicht mehr an diese Wissensquellen zu gelangen, sondern die unglaubliche Menge der verfügbaren Informationen. Das Ziel ist, sich eine persönliche Lernumgebung zu schaffen, mit welcher wir das relevante Wissen aufspüren, filtern und für spätere Verwendung abrufbar machen.

Filterblase vermeiden

Das einzige Risiko, welches ich dabei immer im Auge behalten muss, ist die Gefahr der einseitigen Information. Die Filterblase. Ich versuche diese Einseitigkeit zu verhindern, indem ich nicht nur Stimmen folge, welche ähnliche – mir wohl auch entsprechende – Meinungen vertreten. Es lohnt sich auch mal die (konstruktiven) kritischen Kommentare zu einem Post zu lesen. Um allenfalls dieser anders denkenden Person ebenfalls zu folgen. Querdenken ist auch hier sehr erwünscht, wenn nicht sogar notwendig.

Persönliche Lernumgebung

Wie schaffen wir uns diese persönliche Lernumgebung? Grundlage für ein solches agiles Lernsetting sind meiner Ansicht nach:

  • Begeisterung für ein bestimmtes Thema
  • Fähigkeit sich eigene Lernziele zu stecken
  • Kompetenz sich die passenden Quellen zu erschliessen
  • Und daraus einen persönlichen Lernpfad zusammenzustellen
  • Disziplin diesen Weg konsequent zu gehen
  • Eine gute Portion Extrovertiertheit und hervorragende Kommunikationsfähigkeiten

Und was muss eine persönliche Lernumgebung uns bieten können? Ich denke es geht in erster Linie um folgende Punkte:

  • Unterstützung in der Informationssuche
  • Informationen sammeln und strukturieren
  • Informationen bearbeiten und zu Wissen verarbeiten
  • Wissen teilen und uns weiter vernetzen

Agile Lernsetttings sind stark selbstorganisiert und erfordern daher viel Disziplin und Extrovertiertheit. Um die selbst gesetzten Lernziele zu erreichen ist es notwendig sich zu vernetzen, denn Lernen ist und bleibt ein sozialer Akt. Dies gilt insbesondere für das selbstbestimmte Lernen im Netz. Wir können den vollen Umfang erst nutzen, wenn wir uns mit Gleichgesinnten zusammenschliessen. Um uns auszutauschen, gemeinsam Wissen zu erarbeiten, zu reflektieren und gemeinsam Lösungen für gestellte Aufgaben zu finden. Dies gilt sowohl im beruflichen Umfeld, als auch in Lern-Situationen.

Interessiert an persönlichen Lernumgebungen? Dann teile mir das doch bitte über die Kommentare mit. Ich werde bei Interesse einen vertiefenden Blogbeitrag mit möglichen Workflows und Tools schreiben. Freue mich auf eure Feedbacks…

 

Titelfoto by geralt on pixabay.com


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  1. Haeme Ulrich vor 9 Monaten

    Lieber Roli. Auch ich bin gerne dabei 🙂
    Danke für die super Inputs! Twitter ist auch mein meist benutzter Social Channel. Facebook immer weniger.

    Ligrü
    Haeme

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  2. Annette vor 9 Monaten

    Hallo Roland

    Da bin ich auf jeden Fall auch dabei. 😉

    Griaßle
    Annette

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  3. michel fries vor 9 Monaten

    lieber roli, mann ist nie zu alt zum lernen. das thema ist interessant – bitte halte mich auf dem laufenden. gruss, michel

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