Und ihr dachtet Affinity Photo sei günstig

Pixelmator Photo

Seit Adobe auf das Abomodell gewechselt hat, sind nicht mehr alle mit dem Kreativ-Giganten zufrieden. Vor allem kleinere Firmen oder Ein-Mensch-Unternehmen können sich den Platzhirsch unter den Layout-, Bild- und Illustrationen-Tool-Anbietern nicht mehr leisten. Adobe ist zwar mächtig, aber auch mächtig teuer, wenn man bedenkt, dass man 90% des Angebotes schlicht nicht benötigt.

Lange war Adobe vor allem auf dem Foto-Editor-Markt mehr oder weniger alleine oder die «Konkurrenz» war so stark Open-Source, dass der Otto-Normalverbraucher oft schon bei der Installation scheiterte.

Abhilfe aus England

Plötzlich gab es wieder Hoffnung für die abogeplagten kreativen Seelen dieser Welt. Mit Affinity Photo kam eine Bildbearbeitungssoftware auf den Markt, die unglaublich stark und Photoshop extrem ähnlich war. Das Beste am Ganzen aber war, dass man die Software für unter 100 Franken kaufen konnte. Dank der Firma Serif, die seit 1987 Produkte wie PagePlus, DrawPlus und PhotoPlus programmierte und ihr Know-how kürzlich in der Affinity-Reihe destillierte, bekamen wir alle erschwingliche Adobe-like Programme. Der Clou: Sie sind für Windows, macOS und iPad verfügbar.

Pixelmator Photo auf dem iPad

Zugegeben die iPads sind lange noch kein Desktop-Ersatz. Was aber wunderbar darauf klappt, ist das editieren von Fotos. Dafür gibt es Lightroom CC for iPad von Adobe oder eben besagtes Affinity Photo, was es fürs iPad schon für 20 Franken gibt.

Wer Profitools für wenig Geld mag, dem kann ich das neue Pixelmator Photo wärmstens empfehlen. Es bietet profimässige Tools, um seine Fotos zu bearbeiten. Dazu kommt, dass sie künstliche Intelligenz in die App implementiert haben. Die KI analysiert die Fotos und optimiert sie sogut es geht. Laut Hersteller wurden ihr gut 20 Millionen qualitativ hochwertige Bilder gefüttert, damit die KI lernt, wie gute Porträts, Landschaftsbilder usw. auszusehen haben. Die Resultate sollen Profilevel erreichen. Meines Erachtens sind die automatischen Korrekturen sehr gut, aber längst nicht perfekt. Für Nutzer, ohne grosses Bild-Know-how aber sicher eine gute Sache.

Anbei ein paar Beispiele:

Die SW-Umwandlung funktioniert wunderbar.

Die Retousche funktioniert wunderbar bei homogenen Flächen.

Bei mehr Details wird es schwer, keine Wiederholungen zu bekommen.

Farben ersetzen ist dagegen sehr einfach (solange es ganze Flächen sind).

Licht und Tiefe können automatisch abgesetzt werden.

Tiefe und Sättigung können aber auch manuell modifiziert werden.

Die automatische Korrektur durch die künstliche Intelligenz ist ganz brauchbar (vor allem für Laien).

Pixelmator Photo
Das Originalbild im Pixelmator Photo

 

Pixelmator Photo
Die Pixelmator Photo-KI korrigiert nicht immer fehlerfrei.

 

Bilder körniger machen, ist ebenfalls simpel.

Bilder können auch rotiert und zugeschnitten werden.

Pixelmator Photo ist nur fürs iPad erhältlich und kostet im Moment 5 Franken.

Jetzt seit ihr dran

Habt ihr Erfahrung mit der neuen Software? Ist es eine Alternative zu Photoshop oder Affinity Photo? Hat allenfalls jemand, der etwas Bild-affiner ist wie ich, den Pixelmator Photo schon getestet? Lasst es mich in den Kommentaren unten wissen.

Edit, 15:08 Uhr

Sollten euch die Videos nicht alle angezeigt werden, so findet ihr sie jetzt auch auf YouTube.


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  1. Tim vor 7 Monaten

    Bildbearbeitung im Browser? Das zieht ein Profi hoffentlich nicht wirklich in Betracht. Die Browser gehen sehr unterschiedlich mit Farbprofilen um. Und ich denke auch nicht, dass viele ihr iPad kalibriert haben (falls das überhaupt geht).
    Konkurrenz kann Adobe sicher nicht schaden. Aber wer mit seinem Geschäftsmodel nicht die Kosten vom Cloud-Abo rein bekommt, hat noch ganz andere Problem. Es gibt kaum Berufe, die mit so niedrigen Kosten für ihre Werkzeuge auskommen.

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    • Christian Denzler vor 7 Monaten

      Für Bildbearbeitung im Browser sind wir noch zu wenig weit beim Color Management bzw. weder Microsoft noch Google interessieren sich dafür. Was aber vor allem am iPad wunderbar klappt, sind leichte Retuschen, Graustufen-Umsetzungen und Umfärbungen. Logisch kann man darauf noch keine Farbkorrekturen vornehmen.

      Bezüglich kalibrierter Bildschirme habe ich eine kontroverse Meinung bzw. eine Meinung à la Produktion und nicht Litho-Profi: kalibrierte Bildschirme sind überbewertet (mit Ausnahme im Kunstdruck oder bei Faksimile-Umsetzungen). Für alles andere reicht es, wenn man nach Werten arbeitet. Wie gesagt, das ist meine Erfahrung aus dem Produktionsalltag. Kalibrierte Bildschirme sind ein «nice-to-have» aber um Daily Business zu managen nicht zwingend nötig.

      Bezüglich Abo-Kosten gehts eher darum, dass nicht alle diese Kosten bezahlen «wollen». Wenn sie es nicht «können» haben sie definitiv ein grundsätzliches Problem. Affinity Photo zum Beispiel kostet einmalig, ich glaube 65.– bzw. 20.– auf dem iPad und wird für sehr viele Menschen genügen, weil es doch zu 80% an Photoshop herankommt.

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  2. Mirjam vor 8 Monaten

    Im Chrom funkitioniert leider deine Bilddarstellung nicht überall :/ – z.b bei Licht & Tiefe, Tiefe & Sättigung…. aber trotzdem Danke für Deinen tollen Bericht! Ich werde Affinity Photo auch ausprobieren *Daumenhoch* 🙂

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    • Christian Denzler vor 8 Monaten

      Liebe Mirjam

      Seltsam. Bei mir funktioniert in Chrome und Brave. Ich lade das Ganze heute noch auf meinem YouTube-Channel hoch. Affinity Photo als gute und günstige Photoshop-Variante kann ich empfehlen. Wenn du eine starke iPad-App suchst, kann ich dir den hier vorgestellten Pixelmator Photo empfehlen. Mehr Werkzeug bekommst du nicht für 5 Franken 🙂

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