Nein, ich möchte keine kostenlosen Tools

In meinem Arbeitsalltag gibt es etwas, das ich liebe. Neue Tools austesten, rumprobieren und Werkzeuge finden, die mein Leben und das Leben anderer leichter machen. Und wenn ich dann mal was tolles gefunden habe und jemandem davon erzähle kommt ein Satz, den mag ich nicht so sehr: «Aber das kostet ja?» oder «Schade, dass man dafür bezahlen muss.»

Diese Mentalität mag ich nicht. Deshalb melde ich mich jetzt hier mal zu Wort. Meine Meinung zu kostenpflichtigen Tools: Entweder hat es einen Wert, oder halt nicht.

Niemand würde in ein Lebensmittelgeschäft gehen und fragen, ob man den Apfel kostenlos kriegen könnte. Würden wir nicht tun. Dabei steckt hinter einem Apfel genauso viel Arbeit wie hinter einem tollen Tool. Und auch wenn man den Apfel dringend braucht für einen guten Zweck, man bezahlt ihn.

So ähnlich geht es mir mit Arbeitswerkzeugen. So wie andere Berufe Hammer, Bohrmaschine und Co. brauchen, bin ich schneller mit Milanote, ClickUp und Co.

Ein Zimmermann braucht auch nicht unbedingt einen Akkuschrauber, er könnte auch einen Schraubenzieher verwenden. Das wäre halt dann einfach ein bisschen unschlau. Genau so ist es mit meinen Arbeits-Tools.

Diese ewige Sale-Jägerei und Rabatt-Fragerei regt mich auf. Lasst uns keine Rappenspalter sein, wenn mal ein Tool kostet. Schliesslich kennen wir als Agentur und Dienstleister auch die andere Seite. Und es gibt nichts Mühsameres, als wenn Kunden finden, das könnte man ja gratis machen.

Lasst uns wertschätzend miteinander umgehen. Entwicklern und hellen Köpfen so viel bezahlen, wie sie brauchen für das tolle Wasauchimmer, das man halt eben doch brauchen kann. Ob man es “wirklich braucht” oder auch nicht. Wie im Lebensmittelgeschäft auch.

Wie geht es euch damit? Wofür gebt ihr gerne Geld aus? Ich freue mich auf deinen Kommentar.


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  1. Kai Stamm vor 2 Wochen

    Was wäre Wikipedia, würden die Autoren den Realwelt-Vergleich mit bezahlten Autoren des Brockhaus Verlags machen? Mit der heutigen Mentalität des “Lass uns das als Vermarktungskanal missbrauchen” wären solche Projekte gar nicht mehr realisierbar. Heute müsste das als Content Marketing geschickt getarnt einem Verkaufszweck dienen. Links und rechts Werbung platziert und keine Gelegenheit ausgelassen, auf die eigene Person oder das eigene Unternehmen zu verweisen. Die Digital- und Internetkultur beruht auf Gemeinsamkeit. Deshalb muss sich hier zwangsläufig der Verkäufer und nicht der Gratis-Bezieher der Geiz-Frage stellen. Alles andere ist Kulutur-Imperialismus der Realwelt im Internet.

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  2. Ralf Peiler vor 3 Wochen

    Ich stimme Dir voll zu. Wir wollen für gute Arbeit gutes Geld haben. Und das soll man auch anderen zugestehen.
    Ich unterstütze gerne (finanziell) Software, die ich regelmäßig benutze und gut im Alltag brauchen kann. So erkennt man nicht nur die Leistung an, sondern fördert auch die Weiterentwicklung.
    Erst diese Woche habe ich den Entwickler eines der besten Screenshot-Tools für Windows (FastStone Capture) mit 100 EUR unterstützt. Ich habe zwar mehrere Lifetime-Lizenzen, aber sie werden nicht müde, immer wieder neue Versionen rauszubringen und ich benutze es JEDEN TAG, weil es sooo nützlich ist.
    Der Entwickler war völlig baff, dass ich ihn “einfach so” finanziell unterstützt habe, obwohl ich keine zusätzlichen Lizenzen brauche.
    Aber ich mach´s gerne, denn es spart mir TÄGLICH Zeit und was gibt es besseres, als gute Tools! Also zahl ich gerne dafür! 🙂

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    • Simea vor 2 Wochen

      Das stimmt! Coole Aktion! Wir machen das bei ClickUp so, wir brauchen eigentlich nur die kostenfreien Funktionen, aber wir bezahlen trotzdem für das Tool.

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  3. Carlotta vor 3 Wochen

    Ich bin auch vollkommen deiner Meinung. Es wundert mich allerdings nicht, dass mittlerweile niemand mehr etwas zahlen will. Diese Einstellung wurde angefüttert mit all dem Gratiscontent. Gratis Fotos, gratis Illus, hier eine App, dort ein Template. Irgendwann beisst sich der Hund in den Schwanz.
    Abo-Systeme schrecken mich auch eher ab, da werden die laufenden Kosten irgendwann zu viel.

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    • Simea vor 3 Wochen

      Das hat was, mit den Gratis-Sachen, die es überall gibt… Guter Punkt, Carlotta!

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  4. Susanne Linke vor 3 Wochen

    Ich bin da auch bei Dir, Simea – mich nervt die Mentalität auch. Etwas Hilfreiches darf auch was kosten. Wichtig finde ich allerdings, dass ich die Möglichkeit habe, es vor dem Kauf zu testen und festzustellen, ob es wirklich sein Geld wert ist und ob es mir eine Erleichterung/Hilfe bietet bzw. den Nutzen für mich hat, den ich brauche. Und ich finde es zunehmend anstrengend, dass alles auf einem Abo-System beruht. Gerade, wenn es für private Zwecke ist. Da würde ich öfter mal lieber einen größeren Betrag einmal bezahlen, statt ein Abo.

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    • Simea vor 3 Wochen

      Das stimmt auch. Abos sind halt für Hersteller deutlich attraktiver… Schliesslich müssen diese ja auch Updates programmieren… Aber ja, ich sehe an diesem Trend auch nicht nur Gutes, das Ganze Abo-Zeugs ist eine grosse Kostenfalle.

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  5. Thorsten Hamann vor 3 Wochen

    Hach ja, die Naivität von Menschen die meinen, nur weil von ihrer Seite kein Geld fließt, würden sie nicht bezahlen. Inzwischen überstrapaziert, aber dennoch wahr: Wenn Du nichts dafür bezahlst, bist Du selbst das Produkt. Unternehmen bestehen nicht aus Nächstenliebe.

    Ich bin bei Dir, Simea – gute Tools dürfen _natürlich_ etwas kosten, und schlechtes Werkzeug ist nur billig, wenn die eigene Zeit nichts wert ist.

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    • Simea vor 3 Wochen

      Hihi ja stimmt. You pay for a product or you are the product 🙂 Verstehen immer noch erschreckend viele Leute nicht…

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  6. Roman Schurter vor 3 Wochen

    Danke Simea, ich bin voll bei dir! Es gibt heute Tools, die wären vor Jahren undenkbar gewesen. Innovativ, pfiffig, intuitiv. Doch da steckt viel Arbeit dahinter und dieser Aufwand soll den Entwicklern entlöhnt werden. Die meisten Entwickler haben ja auch sehr faire Preismodelle.
    Ja, die zunehmende Abo-Pflicht nervt mich auch ein wenig. Ja, früher war alles besser, als bei WordPress auch die guten Plugins noch gratis waren. Heute kosten sie halt 39$ im Jahr, bzw. 99$ für mehrere Installationen. Aber du sagst es richtig: wenn das Tool einen Wert hat, dann bezahl ich den auch gerne.

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    • Simea vor 3 Wochen

      Das stimmt, und man kann es ja auch so sehen; wer Updates will, muss halt “blechen” 🙂 Von Entwickler-Seite kann ich das eigentlich gut verstehen.

      Aber gerade als Agentur müssen wir auch gut aufpassen, dass wir nicht im Über-Enthusiasmus zu viele Abos abschliessen. Eine gute Buchhaltung über die abgeschlossenen Abos lohnt sich da sehr.

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  7. Renate Gloor vor 3 Wochen

    Ich bin ganz deiner Meinung. Tools, die ich häufig verwende und die mir mein digitales Leben erleichtern, dürfen auch etwas kosten. Allerdings sollten dann aber die Preise auch massvoll sein, denn als Privatperson kann ich es mir nicht leisten, hohe Preise für ein Tool zu bezahlen. Von der IT des Arbeitgebers her werden nicht alle Tools bewilligt, dann kaufe ich ein sinnvolles Tool halt privat, aber eben nichtzu jedem Preis …

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    • Simea Merki vor 3 Wochen

      Stimmt, da bin ich ganz bei dir! 🙂

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