Der Affinity Publisher ist los! (Teil 1 der Affinity Publisher-Serie)

Launch des Affinity Publisher.  Gestern war es endlich soweit: In einer knapp halbstündigen Keynote hat Serif seinen InDesign-Konkurrenten vorgestellt. Nach einer langen Beta-Phase, mit über 200’000 Teilnehmenden, bekommen wir endlich die v1.7.1. und sie ist eine Kampfansage an Adobe und das nicht nur im Preis.

Der Grundgedanke von Serif ist, den kreativen Prozess zu harmonisieren. Dafür haben sie ihre Affinity Reihe programmiert, die mit Affinity Photo und Affinity Designer schon 2’000’000 Nutzer verzeichnen kann. Alleine in den letzten 12 Monaten verdoppelte sich damit die Nutzerbasis. Die Programme sind unglaublich schnell und glänzen mit feinen Details im Vergleich zur Creative Suite.

Affinity Photo und Metal-Computing
Apple zeigt anhand des Affinity Photo, was Metal-Computing für die Geschwindigkeit der Software bedeutet.

StudioLink

Mit StudioLink hat Serif seine Vision vom nahtlosen Arbeiten mit Grafikprogrammen verwirklicht. Der Affinity Publisher hat drei Personas oben links integriert: die Publisher-, die Photo- und die Designer-Persona. Mit ihnen kann man zwischen den drei Applikationen «switchen» ohne den Publisher zu verlassen. Klicke ich also auf die Photo-Persona wechseln meine Werkzeuge sofort vom Publisher zu Photo. Genauso verhält es sich bei der Designer-Persona. Damit können Vektor- und Pixeldaten direkt in Publisher editiert werden und das Ganze non-destruktiv. Bei einem verlinkten Photo wird die ganze Bearbeitung als Ebene darübergelegt.

Die Affinity Publisher Personas
Beim Launch des Affinity Publisher wurden die Personas demonstriert.

Affinity auf dem iPad

Serif brachte Affinity Photo als Erstes aufs iPad und erst später auf den Desktop und auch Designer ist für beide Plattformen verfügbar. Dazu kommt, dass sie auf dem iPad praktisch den kompletten Desktop-Umfang an Werkzeugen anbieten und es verstehen, die Vorteile des iPads zu integrieren. Serif ist mit ihrer Affinity-Reihe also auf Tablet und Desktop vertreten, während es um die iPad-Version von Photoshop sehr still geworden ist. Die iPad-Version des Affinity Publisher haben sie übrigens für 2020 angekündigt. Bis dahin kann Affinity Designer die Publisher-Dateien öffnen und Anzeigen.

Kompatibilität dank universalem Dateiformat

Damit kreative und produzierende Menschen Programm- und Plattformübergreifend arbeiten können, basieren alle durch die Affinity-Reihe erzeugten Dateien auf demselben Format. Zwar enden die Dateien, die aus der jeweiligen Applikation gesichert werden, auf .afphoto, .afdesigner und .afpublisher sie sind aber im Grunde dasselbe Format. Die Differenzierung im Namen hilft lediglich dem Desktop-OS dabei, die richtige Applikation zum Öffnen der Datei zu finden.

Was der Affinity Publisher noch nicht kann

Wer datenbankgestützt arbeitet, wird noch keine Anbindung an die Affinity-Reihe finden. Es sind aber Plug-ins zur Assetverwaltung in Planung und ich denke, dass der Rest in Zukunft verfügbar sein wird. Scripte funktionieren ebenfalls noch nicht. Scripting ist allerdings auf dem Radar von Serif.

Was ich zum Launch des Affinity Publisher denke

Der Publisher komplettiert die Affinity-Reihe und macht sie so zu einem ernsthaften Gegner für Adobe. Der momentane Preis von CHF 39.– ist unglaublich attraktiv und dass es kein Abo-Modell ist, dürfte auch so manchem zusagen. Die Affinity-Reihe bietet Dinge, die man seit Jahren bei Adobe vermisst, hat aber dafür andernorts noch ein paar kleine Defizite.

Wir dürfen aber auch nicht vergessen, dass die Affinity-Software ganz am Anfang steht. Wir sind immer noch in den 1.X.X.-Versionen. An der gestrigen Keynote wurde dem Publikum versprochen, dass Serif gerade erst angefangen hat und noch sehr viel für die Zukunft bereithält.

Sollten sie also nicht von Adobe aufgekauft werden, kommt eine spannende Zukunft auf uns zu. Wer sich die Keynote anschauen will, kann das auf der Serif-Webseite machen.

Dieser Artikel ist der Start der Affinity Publisher-Reihe auf dem PublishingBlog. Ich beginne nun damit, eine erste Produktion darin zu starten und berichte (wenn möglich) wöchentlich von meinen Problemen, Herausforderungen und Freuden mit der neuen Software. Michel Mayerle hat eine ähnliche Serie schon zum Affinity Photo lanciert. Je nachdem kann es diesbezüglich also durchaus auch zu ein paar Joint Ventures mit ihm kommen.

Was nimmt euch wunder am Publisher? Auf was soll ich mich beim Arbeiten damit speziell achten? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.


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  1. Chris vor 6 Monaten

    Grossaertig! Freut mich sehr hier in Zukunft Interessantes zum Affinity Publisher zu erfahren. Bin sehr gespannt ob sich damit eine praxistaugliche Alternative zu InDesign auftut. Die Beta phase auf jeden Fall war schon sehr vielversprechend. Und ich freu mich als langjähriger InDesign User auf die ersten layouts mit dem Neuen Tool!

    Hoffentlich kann die weiter Entwicklung bei Serif ohne Adobes dazutun bzw buy in stattfinden!!

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  2. Tom Mayer vor 6 Monaten

    Danke Michel für deine Serie!
    Freudentag gestern! Du denkst aber auch an alles… «von Adobe aufgekauft…» och nein, bittebittebitte nicht! Hej Affinity, bleibt stolz und eigenständig! Er kommt dann schon zurück, euer ROI.
    Denn: Endlich etwas frischer Wind im irgendwie-Monopolmarkt Layoutsoftware, tut sooo gut. Ich zwinge mich jetzt, nächste Projekte in Publisher zu machen. So Übungen sollen auch helfen gegen Alzheimer…
    Bin v.a. gespannt auf Scripts, schneller Import von WordPress-Posts, als Zückerli noch bidirektional. Wenn so Sachen kommen, überholt Affinity den Monopoler. Spätestens können sie auch rauf mit dem Preis (ich finde den zu tief).

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    • Tom Mayer vor 6 Monaten

      Oh, nei, das ist ja Christian! Sorry! (Michel ist der AfPhoto-man…)

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    • Michel Mayerle vor 6 Monaten

      Sehr cool Christian! Die Arbeit im Publisher macht einfach Freude. Da verzeiht man auch das ein oder andere missing Feature. Die Oberfläche ist super durchdacht. Alles ist logisch platziert und teilweise viel schöner gemacht. Der Section Manager zum Beispiel ust so viel einfacher und schneller als InDesign. Suchen/Ersetzen mit der Gesamtübersicht aller gefunden Treffer eine wahre Freude. Oder nur schon so kleine Details wie die Möglichkeit, Schriften nur beim Export zu pfaden, oder unterschiedliche Musterseiten einer Seite zu hinterlegen ist willkommen.

      Ich bin aufgeregt. Und genau dieses Gefühl hat Adobe in mir seit mindestens 6 Jahren nicht mehr ausgelöst.

      Liebe Grüße Michel

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    • Christian Denzler vor 6 Monaten

      Lieber Michel

      Das geht mir auch so. Die Affinity Reihe macht Freude und dass sie nicht sofort den kompletten Adobe-Umfang abbilden können, ist logisch. Dafür haben sie, wie du richtig sagst, Dinge, die so nahtlos und clever sind, dass man das gerne verzeiht. Ich bin gespannt, was kommt und vor allem die iPad-Version erwarte ich mit Vorfreude. Das hat Adobe ja bis heute nicht im Visier (wenn man von Adobe Comp absieht).

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