Kleines aus dem Alltag: Der Drucker braucht das nicht

Heute etwas Banales aus dem Druckerei-Alltag. Jedenfalls sollte man meinen, dass es banal ist. Die Häufigkeit in der wir aber solche Daten bekommen, scheint das Gegenteil aufzuzeigen. Es geht ums Druck-PDF bzw. um was nicht an Information rein muss. 

Dafür haben wir doch PDF/X werden sich nun einige von euch sagen. Das ist selbstverständlich richtig. Etwas allerdings wird durch PDF/X nicht geregelt und zwar, ob man den PDF-Namen, die Passmarken und die Farbbalken mitschreibt oder nicht. Oft bekommt man als Drucker folgendes PDF: 

In dem Fall handelt es sich um einen 1/1-farbigen Druck. Der Einfachheit halber zeige ich hier nur die Vorderseite. Was mich als Druckerei im PDF also interessiert ist folgendes: Die Schnittzeichen (wobei, wenn die Trim- und Bleedbox stimmt, könnte man sich diese auch sparen), die Pantonefarbe und logischerweise die Position (die durchs Format ja gegeben ist). Was mich hingegen gar nicht interessiert sind der Name unten am PDF, Passmarken, die mein System selber einfügt und Farbbalken, die ich nicht ausmessen kann und die mir rein gar keinen Mehrwert bieten. Im Gegenteil. 

Sobald ich das PDF in meiner Ausschuss- und Belichtungssoftware habe, sieht das Ganze nämlich so aus: 

Wie man oben rechts bei den Farbauszügen gut sieht, habe ich nun einen 5-färber und zwar nur wegen den Farbbalken. Klar kann ich jetzt lediglich die Pantonefarbe belichten oder im PitStop alles Unnötige löschen. Trotzdem ist es mühsam vor allem wenn später jemand den Job übernimmt und vielleicht nicht alle Informationen dazu hat. Auch ist es schlich unnötiger Mehraufwand. 

PDF-X-ready hat diesbezüglich reagiert und schreibt seine Settings ohne die störenden Balken und Marken. Der Name ist dringeblieben, das ist allerdings mehr eine Frage der Vorliebe als ein Ärgernis. 

Wenn man also seinem Drucker etwas Gutes tun will, dann lässt man diese überflüssigen Dinge einfach weg und wer nun findet: «Solange ich es im InDesign anwählen kann, nutze ich es auch!» dem kann ich nur etwas entgegnen: Nur weil man etwas kann, muss man es nicht zwingend tun bzw. muss es nicht richtig sein. Ich kann mit meinem Auto auch gegen eine Wand fahren. Tun würde ich es aber trotzdem nicht. 

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  1. Daniel Steiger vor 1 Woche

    Wie wahr. Nur eines erscheint mir wichtig. Die Dateiinformation gehört zum Druck-PDF wie die Schnittzeichen. Trim- bzw. Bleedbox hin oder her. Ersteres ist ungemein hilfreich, wenn der Kunde mehrere Versionen schickt und ich da lesen kann um welche es sich handelt (insbesondere beim Datum, bzw. Zeitstempel). Und Zweiteres, damit ich beim Ausdruck sehen kann wie gross das Dokument ist.

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    • Achim vor 1 Woche

      … da muß ich Daniel Steiger recht geben. Manchmal bekomme ich vom Kunden eine einige Jahre alte PDF und muß dann den dazugehörigen Indesign-Ordner suchen. Die PDF ist aber inzwischen (nicht von mir) umbenannt worden. Ein Blick in die „Dateiinformation“ und ich weiß wonach ich suchen muß.

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    • Christian Denzler vor 1 Woche

      Da gebe ich euch recht. Guter Hinweis.

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