Haemes Senf: Wie Vorgesetzte den IQ ihres Teams um 80 Prozent verringern

Angst und Unsicherheit verringern den IQ eines Menschen um 80 Prozent. Das ist verheerend, vor allem bei Wissensarbeitern. Wirtschaftlich wie ethisch nicht tragbar. Und trotzdem passiert es immer wieder.

Es kommt nicht selten vor, dass sich Unternehmer in Krisen an mich wenden. Vielleicht grad, weil ich auch offen und ehrlich über meine Schwächen spreche. In letzter Zeit ist es mehrmals vorgekommen, dass sich Verantwortungsträger mit Liquiditätssorgen bei mir gemeldet haben, bevor sie das eigene Team informiert haben. Das freut mich, weil es von Vertrauen zeugt. Mein erster Schritt ist dann jedoch nicht die Unterstützung beim Geld auftreiben. Mein erster Tipp ist immer: „Jetzt musst du kompromisslos ehrlich sein! Rufe deine Leute zusammen und informiere offen und ehrlich. So schnell wie nur möglich.“ Es geht nicht darum, eine Lösung zu präsentieren. Es geht darum, kompromisslos transparent zu sein, zu sagen, dass da gemeinsam ein echtes Problem zu lösen sei.
Warum? Nur, wer transparent ist, ist auch vertrauenswürdig. Wer nicht transparent ist, schürt Angst und Unsicherheit und arbeitet aktiv daran, den IQ seines Teams um 80 Prozent zu senken. Geheimniskrämerei auf Chefebene ist Management-Theorie aus dem 19. Jahrhundert und Gift für die agilen, vernetzten Strukturen von heute.
Dazu kommt, dass offen kommunizierte Krisen den Weizen vom Spreu trennen. Du siehst dann sehr schnell, wer wirklich ein Herz für die Firma hat und wem der Absender auf sein Lohnkonto eigentlich egal ist.

So schnell und so unkompliziert wie möglich

Lade zu solchen Infos immer sehr kurzfristig und zeitnah ein. Denn was passiert, wenn deine Leute eine wichtige Email erhalten mit der Aufforderung, dringend an die wichtige Info in einer Woche zu erscheinen? Ihr IQ sinkt um 80 Prozent, für eine Woche! Dazu kommen wildeste Spekulationen im Team. Wirtschaftlich wie ethisch ein Blödsinn.

 

 


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  1. Christoph Schmitt (@bildungsdesign) vor 4 Monaten

    „Niemand hat das Recht auf einen Vorgesetzten.“ 🙂

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    • Haeme Ulrich vor 4 Monaten

      Yess 🙂

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  2. Peter Lenz vor 4 Monaten

    Hallo Haeme,

    ich stimme Dir zu 99% zu.
    Doch bist Du Dir mit den 80% IQ-Verlust sicher ?
    (Das ist der 1%-Abschlag, sonst würde ich 100% Zustimmung vergeben.)
    Was bleibt da bei vielen noch übrig ?

    Viele Grüße Peter

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    • Haeme Ulrich vor 4 Monaten

      Hallo Peter

      Das mit den 80% habe ich von einem Psychologen. Ich kann es dir nicht beweisen, er hat es plausibel erklärt. Eine genaue Messung ist sicherlich auch nicht möglich. Aber sind wir ehrlich: Wie doof sind wir, wenn wir unter Stress sind. Und wie einfach finden wir Lösungen, wenn wir auf einen Spaziergang gehen oder eine Dusche nehmen 🙂

      lg
      Haeme

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