Haemes Senf: Bedürfnis diktiert Technologie. Nicht andersrum.

Über Jahre haben Technologie-Lieferanten und -Integratoren die Innovation im Publishing vorangetrieben. Vielleicht müsste man sagen, sie hätten Änderungen regelrecht «diktiert». Es ist doch so. Ein paar Beispiele.
Es ist lange her und eigentlich wieder vorbei, da kam PDF mit Formularen und Interaktivität. Man nahm an, dies sei breitflächig relevant und sprang auf den Zug auf. Ohne links und rechts zu schauen, das Datenformat für diesen Einsatz zu hinterfragen.
Später musste überall ein Redaktionssystem rein. Weil moderne Druckereien dies halt einfach haben. Und was haben wir heute? Einen regelrechten Friedhof unbenutzter Redaktionssysteme, weil allzu oft übermotorisiert und kaum amortisierbar. Nicht, dass ihr mich falsch versteht: Ein Redaktionssystem an richtiger Stelle ist eine grossartige Sache! Aber nicht überall.
Es folgte der Web2Print-Hype, der Blätter-Katalog-Hype, der Web-Hype, der App-Hype… Und ich immer ganz vorne. In der Hoffnung, die neue Technologie führe zum Durchbruch, die schrumpfenden Print-Umsätze zu kompensieren.

Nada, Haeme!

Dieses Vorgehen ist falsch. Du rennst immer was hinterher und führst bloss aus, was andere sich ausgedacht haben. Weit weg vom grossen Stück des Kuchens, irgendwie ferngesteuert. Und vor allem nimmst du nur an, dass dies, was da kommt, für deine Kunden relevant sei. Hei, das ist eine Unterstellung! Du hinterfragst nicht, ob die neue Geschichte deine Kunden wirklich erfolgreicher macht.

Andersrum bitte

Zuerst das Bedürfnis des Zielmarktes abklären. Dann schauen, welche Technologien und welche Systeme dabei helfen, dieses Bedürfnis zu befriedigen. Das coole daran? Es führt zum Erfolg. Das simple daran? Es ist «Design Thinking» in Reinkultur.

Wie gefiel dir dieser Beitrag?
Please wait...
Fragen oder Anregungen?
Zu den Kommentaren (4)
Passende Themen
Kommentare (4)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Jörg Oyen vor 6 Monaten

    Ja, wir waren Wegbegleiter, dann Wegbereiter von vermeintlich zukunftsweisenden Publishing Technologien als Schild im Kampf um Marktanteile und durchsetzen von Standards. Für meinen Teil baue ich dazwischen Lösungen. Lösungen die Funktionen im Rahmen von Software Lizenzen, Daten, Regelwerken, Benutzeroberflächen per Programmierung erweitern.

    Deinen weiteren Ansatz Design Thinking folge ich gerne praktisch beim ausloten der Antwort(en) und Problemlösungen auf die Fragestellung «Wie die Relevanz von Kommunikationsmassnahmen beim Empfänger weitergezogen ist». http://oyen.de/relevanz

    Please wait...
  2. Silvia Unger vor 7 Monaten

    Schwierig finde ich, dass es keinen schnellen sichtbaren Erfolg gibt.
    Beim Thema CMS-integieren zur Festigung der Kundenbindung habe ich die Erfahrungen gemacht.
    Und – den meisten ist nicht klar wie man einen Kunden ohne Print binden kann und muss.
    Als Druckerei auch nicht einfach zu verstehen – plötzlich reden alle von Medienreife und Dienstleistungen – weit entfernt dem täglichen Druckereigeschäft.
    Lasst uns mit den eigenen Inhalten doch mal anders Geld verdienen, kann man zwar jeden Tag rufen – verstanden wird man deshalb noch lange nicht.

    Please wait...
    • Haeme Ulrich vor 7 Monaten

      Hallo Silvia

      Oh ja, da hast du recht. Ich habe mich darauf spezialisiert, Druckereien und Verlage bei der Digitalen Transformation zu begleiten. Das sind ziemlich „sportliche“ Mandate. Aber extrem befriedigend. So hatte ich kürzlich das Feedback: „Jetzt macht mir meine Firma wieder Freude. Und wir haben Arbeit wie blöde…“

      Please wait...
  3. Ingo Krehl vor 7 Monaten

    Hmm, da gab es doch so einige Produkte die am Anfang als eine Spinnerei oder bestens als ein Nischenprodukt angesehen wurden. Internet oder ein Smartphone usw. brauchte doch niemand!
    Am Anfang weiß man es eben nicht ob eine Idee vom Markt angenommen wird, daher finde ich jeden neue Idee erstmal spannend.
    Ich glaube es ist das Wie, wie mit einer neuen Idee umgegangen wird. Man sollte nicht mit Volldampf darin investieren, sondern eher eine Stein ins Wasser werfen und SCHAUEN ob die Wellen sich verlaufen oder ob sie sich verstärken, manchmal ist es nur der falsche Zeitpunkt oder ein Generationenproblem ob etwas durch die Decke geht oder floppt.

    Please wait...