Es geht weiter bei Evernote

Evernote ist für mich immer noch mein bevorzugtes Tool für mein Wissensmanagement. Der Webclipper ist auf allen Geräten top. Kein anderes Notiz-Tool hat so ein feines Schlagwort-System. Die Synchronisation ist schnell und zuverlässig. Und weil Evernote auf fast allen Systemen zu Hause ist, hab ich es immer und überall zur Hand.

Schwierige Jahre

Leider hat sich Evernote in den letzten Jahren verzettelt. Es kamen immer mehr Spielereien hinzu, es gab unsinnige Nebenprodukte, allein auf iOS gab es zeitweise rund 5 Apps, die irgendwie noch etwas Spezielles boten. Ausserdem litt die Konsistenz von Evernote auf verschiedenen Plattformen: So gab es in Android Features, die es auf iOS nicht gab und der Web-Client hinkte sowieso immer irgendwie hinten nach. Dann kamen finanzielle und personelle Wirren bei der Firma Evernote hinzu. Gleichzeitig erstarkte die Konkurrenz, Stichwort OneNote von Microsoft, Bear auf iOS etc.

Als Evernote-User war man gelinde gesagt etwas verunsichert, ob man da noch aufs richtige Pferd setzt.

Ballast abwerfen

Nun gibt es aber wieder Hoffnung. Und wie! Letztes Jahr hat Ian Small als neuer CEO von Evernote seine Arbeit angetreten. Er versprach, sich wieder auf die Basics zu konzentrieren. Ganz realistisch sagte er, dass das schmerzhaft werde und seine Zeit brauche. Schmerzhaft war es insofern, als dass Evernote fast alle Filialen ausserhalb der USA zugemacht hat. Die meisten Partnerschaften mit Drucker- und Scanner- und Notizbuchherstellern wurden gelöst. Evernote geht zurück zum Kern: eine cloudbasierte Software zur Verwaltung von Notizen und Wissens-Schnipseln.

Wiederauferstehung

Anfangs Jahr versprach Ian Small dann auch eine umfassende Überarbeitung der Software. Mehr Konsistenz, bessere Basic-Funktionen und die Konzentration auf jene Features, die sich die Kunden wünschen. Noch ist nicht bekannt, wann Evernote mit der neuen Version rauskommt. So, wie es aussieht, überstürzen sie nichts. Könnte aber durchaus sein, dass im Herbst Evernote in neuem Glanz erstrahlt.

In einem eigenen Youtube-Kanal gewährt uns Evernote Einblick in die laufenden Arbeiten. Ian Small tritt dabei selbst vor die Kamera und diskutiert jeweils mit seinem Team einzelne Bereiche und Konzepte von Evernote. Dabei wird deutlich, wie sorgfältig hier jedes Feature neu gedacht wird. Oft sieht man nur Mockups und Zeichnungen, aber die Ideen dahinter sind klar und total vielversprechend. Man spürt, dass auf Kunden gehört wird und dass die Kunden schon in ganz frühen Phasen zum Testing von verschiedenen Varianten eingeladen werden.

Authentisch und vertrauensbildend

Mir scheint diese Behind-the-scenes-Serie auf Youtube ein äusserst gelungenes Beispiel dafür zu sein, wie sich eine angeschlagene Firma mit Transparenz und Authentizität wieder als verlässlicher Partner positionieren kann. Die Kommunikation verläuft auf Augenhöhe, die Botschaften wirken echt, es bleibt auch Raum für Selbstkritik.

Ich freue mich auf die neue Version von Evernote. Egal, wann sie kommt. Ich warte geduldig und gespannt!

Seht euch die Serie selbst an, wenn ihr wollt: https://www.youtube.com/watch?v=CMu8hthATw4&t=567s

 


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  1. Christian Denzler vor 3 Wochen

    Was mich mehr interessiert ist, ob sie die Sicherheis- und Privatsphärenprobleme in den Griff bekommen haben.

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