Dog eat Dog – Warum stirbt Papier nicht aus?

Dog eat Dog –In den letzten Tagen sind Samsung und Huawei mit faltbaren Smartphones in die Offensive gegangen. Faltbare Smartphones könnten langfristig Tablets vollständig obsolet machen und für klassische Premium Smartphones ein Killer werden.

Dies ist ein Phänomen welches immer wieder zu beobachten sind: Digitale Devices kannibalisieren sich selbst. Der Laptop verdrängte den PC, das Tablet den Laptop, das Smartphone das Tablet und die Spielekonsole.

Aber warum wird das Papier nicht von den digitalen Devices verdrängt? Liegt es nur daran, dass „Digital Migrants“ und „Digital Aliens“ immer noch in der Mehrheit sind?

Es gibt meiner Ansicht noch ein weiterer Grund, warum sich Papier als Medien Device so hartnäckig hält.

Werden Medien-Devices nach den Kriterien „Verfügbarkeit,“ „Aktualität“, „Interaktivität“, „Mobilität“, „Initiale Wahrnehmung“, „Archivierung“ bewertet, ergibt sich ein interessantes Bild.

  • Initiale Wahrnehmung
    Wie viel Aufmerksamkeit schenkt der Informationskonsument einer neuen Botschaft? Auch wenn das gedruckte Mailing sofort weggeworfen wird, wurde unbewusst einen Blick darauf geworfen. Diese Aufmerksamkeit wird mit einer digitalen Botschaft nicht zwingend erreicht, da diese häufig überhaupt beim Adressaten nicht ankommt, da diese gefiltert wurde. Oder die Botschaft geht in einer Vielzahl anderer digitalen Botschaften unter.
  • Mobilität und Verfügbarkeit
    Die Mobilität von Papier ist auch sehr hoch. Auch ist es ein hochverfügbares Device. Es ist unabhängig von Strom und benötigt kein Netz.
  • Archivierung
    Sicherlich verwenden nur noch Digital Aliens Papier als Archivierungsmedium. Trotzdem ist die Ablage von gedruckten in vielen Bereichen immer noch an der Tagesordnung.
  • Aktualität
    Das gedruckte ist veraltet, wenn es die Druckmaschine verlässt. Jedoch durch schnellere Prozesse und zielgerichteten Kleinauflagen, die öfters erscheinen, lässt sich die Aktualität von Print erhöhen.
  • Interaktivität
    Die fehlende Interaktivität von Papier ist sicherlich der größte Unterschied zu den digitalen Devices.

Es fällt auf, dass Papier anders ist als alle anderen Medien Devices.

Der Grund dafür ist, dass die digitalen Devices alle mehr oder weniger nach demselben Prinzip arbeiten. Papier funktioniert anders. Diese Unterschiedlichkeit ist kein Nachteil, sondern ein Vorteil. Auch die fehlende Interaktivität kann auch als Vorteil empfunden werden. Papier ermöglicht ein ungestörtes Lean Back Erlebnis während der Mediennutzung. Und zum Schluss: Papier hat mit seiner Haptik und Physis einzigartige Vorteile bei der initialen Wahrnehmung.

Daher bin ich der Überzeugung, dass Papier uns als Medien Device länger begleitet als Viele denken.

Weitere nützliche Information zu diesem Thema auf publishingblog.ch:


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  1. Ingo Krehl vor 2 Wochen

    Wenn es um die qualitativ hochwertige Darstellung von Bildern geht hat Papier ein paar Vorteile.
    Ich kann genauer beeinflussen wie das Bild wahrgenommen wird. Ich kann es mit 300 oder 400 dpi Drucken, die Drucktechnik, die Druckfarben und das Papier auswählen.
    Bei der digitalen Wiedergabe habe ich eine Unzahl von Variablen die ich nicht beeinflussen kann, damit ist eine farbverbindliche Darstellung nur mit sehr hohem Aufwand möglich.
    Beim Print habe ich nur als unbekannte die Farbtemperatur, die intensität und den Winkel des Licht beim Betrachter.

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    • Horst Huber vor 2 Wochen

      Ja da kommt der emotionale Aspekt des Medien Device Papier zur Geltung

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  2. Roman Schurter vor 2 Wochen

    Mit scheint das eher eine Rechtfertigung für Papier als eine Begründung. Ich bin bei fast jedem Kriterium etwas anderer Meinung:

    Initiale Wahrnehmung: die initiale Wahrnehmung bei der jüngeren Generation geschieht einzig über den Smartphone-Kanal und über soziale Medien. Warum sont ist der gedruckte Inseratemarkt im Keller und machen alle Flyer-verteil-Messen zu?

    Mobilität und Verfügbarkeit: wenn das Papier auf dem Pult liegt oder das Buch im Regal steht, dann ist keinerlei Verfügbarkeit gegeben. Das Stromproblem löst der digitale Mensch sowieso und wenn etwas funktioniert ist es das Handy.

    Aktualität: kein Druckprozess kann die digitale Aktualisierbarkeit toppen.

    Archivierung: Alles in allem hat sich Papier als Archivierungsmedium nicht bewährt. Der Aufwand, Papier über Jahre zu archivieren ist enorm. Die Recycling-Statistik zeigt zudem deutlich, dass Papier heute ein sehr kurzlebiges Medium ist. Abgesehen davon lässt sich vieles nicht auf Papier archivieren (Multimedia, Verlinkter Inhalt, grosse Datenmengen). That said: die digitale Archivierung steckt noch im Säuglingsalter und ist nicht minder einfach. Schliesslich sei die Frage erlaubt: ist Archivierung noch das wichtigste Thema? Oder hat die Zugänglichkeit schon lange das Podest erobert?

    Kurzum: der Dog wird stetig an Bedeutung verlieren. Verschwinden wird das Papier wohl nie. Ich bin aber fest überzeugt, dass die Papierliebhaber aussterben werden. Das ist eine Generationenfrage, bis die Papier-Sozialisierung verschwindet. Vergessen wir aber nicht, dass wir unsere Welt immer aus einer weit entwickelten Industriegesellschaft heraus betrachten. Weltweit gesehen wird Papier noch sehr lange gebraucht.

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    • Horst Huber vor 2 Wochen

      Hallo Roman
      danke für das sehr differenzierte Feedback:

      Zur Initialen Wahrnehmung:
      Warum setzen alle Retailer immer noch auf Papier. Auch die digital only Player haben Papier im Medien Mix. Ich habe einen Fall aus China: Das woll am fortschrittlichsten Land was die Nutzung von Smart Phones angeht. Ein Retailer hat versuchsweise die Print Leaflets in einer sehr digital orientieren Provinz eingesellt. Das Experiment haben die nach wenigen Wochen abgebrochen und wieder die Print Leaflets gedruckt. Ich gebe Dir Recht dass dies in der Verlagsbranche nicht gilt. Aber ein Verlagsprodukt wie eine Zeitung dient nicht zur initialen Wahrnehmung sondern ist ein Informationsmedium. Print als Informationsmedium ist sicher am sterben.

      Archivierung
      Im Katalogbereich wird der 1000 seitige Katalog erst dann weggeworfen wenn der nächste Katalog kommt. Er bleibt im Schrank und dient ab und an zum Nachschlagen. Vor allem wenn die Content Experience in einem redaktionell geprägtten Katalog anders ist als im Web Shop.

      Kurzum:
      Tot gesagte leben länger und ich bin gespannt wie die Papier Erfahrung von digital Natives ist.

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