Digitale Notizen – Goodnotes

Digitale Notizen - Goodnotes

Während alle bisherigen Notiz-Tools, die ich in dieser kleinen Serie vorgestellt habe, darauf hinausliefen, dass man sich hauptsächlich Text- oder Tastaturnotizen macht, berichte ich heute über einen ganz anderen Ansatz: Handschriftliche Notizen in Goodnotes.

Eigentlich ist diese Form von Notiererei ja ganz nahe an der Kladde, die man bei sich trägt und in der man mit dem Kugelschreiber oder Bleistift so oft wie möglich Gedanken festhält. Handschriftliche Notizen sind gut – das ist wissenschaftlich erwiesen. Die motorische Bewegung hilft einem beim Memorieren.

Handschrift am Computer?

Das Problem ist halt: Handschrift ist für die spätere Verwendung der Notizen am Computer suboptimal. Nicht veränderbar, nicht durchsuchbar, nicht weiterverwendbar.

Gäbigerweise haben die Softwarehersteller sich diesem Problem schon angenommen. Evernote und OneNote zum Beispiel nutzen eine integrierte Handschrifterkennung, um die Notizen in Text umzuwandeln. In Evernote kann man so Handschrift immerhin durchsuchen, in OneNote kann man sie als Text weiternutzen. Apple wird in der nächsten iOS Version 14 mit Scribble eine Technologie anbieten, die Handschrift in Fliesstext umwandelt – egal, ob man gerade eine Notiz schreibt oder in der Musik-App im Suchfeld den Namen eines Künstlers eingibt.

Digitales analoges Notizbuch

Auf dem iPad ist Goodnotes seit je her der King der handschriftlichen Notizen. Die App ist in jedem Detail so gestalte, dass sie einem analogen Notizbuch möglichst nahe kommt. Die Verwaltung der Notizen geschieht auf Seiten, die eine bestimmte Grösse haben. Die Seiten sind optisch Papier nachempfunden. Goodnotes bietet dazu eine Unmengen an Linierungen, Punktierungen, Rastern oder auch Blanko-Papieren an.

Auf diesen Seiten schreibt und zeichnet man. Dazu gibts verschiedene Tinten, Stifte, Farben, Transparenzen. Man hat quasi ein ganzes Schreibset dabei.

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Selbstverständlich kann man andere Objekte ins Notizbuch aufnehmen: Bilder, Links, Texte, aber auch PDF-Dokumente, die man dann direkt in Goodnotes markieren und kommentieren kann.

Damit das mit der Handschrift gut funktioniert, braucht es selbstverständlich einen Pencil. Mit dem Finger funktioniert das nicht wirklich.

Digitale Verwendung

Obwohl sich alles sehr analog anfühlt, besitzen Goodnotes alle Vorzüge von digitalen Notizen: im Hintergrund werden alle Handschriften indiziert, man kann also auch die Handnotizen durchsuchen. Man kann gezielt einzelne handgeschriebene Texte oder gleich die ganze Seite in Tastaturtext umwandeln.

Im Gegensatz zur Kladde kann ich die einzelnen Seiten in einem Goodnotes-Büchlein umordnen. Ich kann einzelne Seiten löschen, ich kann sie neu organisieren oder auch neue Seiten einfügen.

Templates

Ein wirklich extrem praktisches Feature von Goodnotes ist das Verwenden eigener Templates. Notiz-Seiten können nämlich nicht nur liniert sein. Vielmehr kann man eigene Papiervorlagen gestalten, als PDF speichern und als Vorlage in Goodnotes verwenden.

Ich nutze diese Funktion gerne, um zum Beispiel eine Business Model Canvas, einen Wochenplaner oder ein Sitzungsprotokoll auszufüllen. Gerne auch in einer Runde direkt am Beamer.

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Automatisches PDF-Backup

Besonders pfiffig finde ich die Funktion, dass man die Notizen automatisch als PDFs in einen Cloudspeicher wie Dropbox oder Google Drive schreiben kann. So hat man all seine Goodnotes nicht nur in der App, sondern auch als PDF jederzeit griffbereit.

Click and Annotate

Ein weiterer Workflow ist für mich ab und zu wichtig: Aus Goodnotes heraus kann ich auf einem Smartphone oder Tablet heraus schnell etwas fotografieren und dann gleich meine Notizen hinzuschreiben.

Wohlgemerkt: diesen Workflow beherrschen alle vorgestellten Notiz-Werkzeuge. In Goodnotes gehts aber tatsächlich am Schnellsten und ich kann handschriftlich am besten schnell was dazuschreiben. Später übernehme ich dann diese Quicknote und arbeite sie in Ruhe auf.

Warum nicht mein Haupttool?

Goodnotes ist für seinen Einsatzzweck wirklich genial. Einfach im Gebrauch, sehr leistungsfähig, mit ein paar wirklich pfiffigen Funktionen. Leider sind handschriftliche Notizen aber einfach nicht mein Weg. Im Zusammenhang mit eigenen Templates habe ich ab und zu Bedarf, ansonsten genügt mir Apple Notes bzw. eines der anderen Tools, das mir dann mehr Möglichkeiten zur Strukturierung und Ordnung von Notizen bietet.


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  1. Christian vor 2 Monaten

    Mir ist GoodNotes nicht weitergedacht. Mit den festen Seitengrößen ist es aus meiner Sicht einfach eine 1:1-Kopie von dem, was wir seit tausenden Jahren kennen.

    Wozu digitale Notizen, wenn ich sie eh am Ende auf den Drucker schmeiße(n könnte)?

    Im Gegensatz finde ich die Apple Notizen – OneNote macht das auch so, glaube ich – wesentlich weiter gedacht, weil hier das Endlosscrollen viel mehr Möglichkeiten gibt und zusammen mit der Handschrift und anderen Elementen “innovativer” funktioniert.

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    • Roman Schurter vor 2 Monaten

      So geht es mir eben auch. Wie im Beitrag beschrieben beschränkt sich mein Einsatz von Goodnotes auf wenige Szenarien.

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