Content ist King – aber wer ist das Volk?

Hand auf’s Herz. Wie oft hast du dir echt viel Mühe gegeben einen richtig guten Beitrag zu schreiben? Du hast dich selbst in literarische Höhen katapultiert und das letzte Bisschen Künstlermusse aus deiner Seele gequetscht. Du hast versucht einen richtig guten Text zu schreiben.

Einen Text, den Google relevant findet.
Inhalte, die alle lieben und die viral gehen.

Keiner hat dich lieb

Und was war das Ergebnis von Schweiss und der ganzen Liebesmüh?

Ein Like auf Facebook und Google krümmt nicht einen Finger für dein Ranking.

Du gehst sang- und klanglos unter im Meer des World Wide Web. Keiner fand deinen Beitrag geil. Ausser du.

Und deine Mama, die nämlich für das Like auf Facebook verantwortlich ist.

Und woran liegt das?

Wo liegt das Problem?

Vielleicht daran, dass du dir insbesondere einen Rat zu Herzen genommen hast: Content ist King! Aber dass du darüber hinaus vergessen hast, wer denn das Volk ist, wenn Content es regiert.

Um das Beispiel vom König und seinem Volk zu vertiefen, übertrage ich es in unsere Lebenswelt. Da wir in keiner Monarchie leben, hängen wir das Ganze am Beispiel der Politik auf. Die Politiker sitzen im Bundeshaus und regieren. Sie sind quasi die Könige unseres Reichs.

Sie sind diejenigen, die vom Volk gewählt wurden. Aber nicht etwa, wegen ihrer Allgemeinbildung oder ihrer Kompetenz. Nein. Dafür interessiert sich das Volk nicht (wirklich).

Das Geheimnis erfolgreicher Politiker

Darum sind die wirklich erfolgreichen Politiker diejenigen, die dem Volk das sprichwörtliche Wort aus dem Mund genommen haben. Sie haben komplett in das Schwarze getroffen. Einen Nerv erwischt. Den Stier an den Hörnern gepackt.

Sie haben sich für genau das ausgesprochen, was das Volk bewegt.
Sie haben genau das gesagt, was das Volk begeistert.
Und sie wussten ganz genau, was das Volk interessiert.

Das ist das Geheimnis erfolgreicher Politiker.

Oder gefeierter Könige.

Content regiert nicht etwa, weil die Grammatik stimmt und die wichtigen Worte fett markiert wurden. Content regiert, wenn er den User begeistert.

Und was begeistert den User?

Was den User begeistert

Nimm eine Mutter, die Teilzeit als Sachbearbeiterin bei einer Versicherung arbeitet. Ihr Job macht ihr Spass, aber manchmal denkt sie darüber nach eine Weiterbildung zu machen. Bloss wann? Wenn sie nach Hause kommt, warten auf sie die Kinder, der Haushalt und ein Ehemann, der über seinen blöden Chef klagt.

Ein nerviger Publisher schaltet eine Werbung auf Facebook für seine neue Webseite, auf der Mütter tolle Markenprodukte kaufen können für ihre Kleinsten. Der nervige Publisher teasert seine Werbung mit dem Text: „Neue Markenvielfalt entdecken für die Kleinsten.“

Die Mutter sieht den Beitrag in genau dem Augenblick, als sie darüber nachdenkt, was eine Weiterbildung kosten würde. Aber dann sprangen ihre Gedanken weiter zu der Erzieherin im Kindergarten, die ihr ständig das Gefühl übermittelt eine schlechte Mutter zu sein. Und dann denkt sie, dass sie wohl noch eine schlechtere Mutter wäre, wenn sie noch eine Weiterbildung anfängt.

Frustriert über Budget, Mutterschaft und Karriere scrollt sie nach unten und lacht wenige Sekunden später über ein Katzenvideo.

Keine Überschneidung zwischen Lebenswirklichkeit und Content

Was war das Problem?

Die Überschneidung zwischen dem Ad und der Lebenswirklichkeit der Mutter war gleich Null.

Und genau da liegt der Hase im Pfeffer begraben: Content konzentriert sich häufig auf Google, auf WDF Analysen und im Bestfall sogar auf die Business-Ziele des Unternehmens. Und geht darum in der Weite des Internet ohne Widerhall unter.

Sprich dem Volk aus dem Herzen

Manchmal sind halt die Katzenvideos beliebter, weil die Leute halt eine Katze daheim haben. Oder sie lesen lieber etwas über die 10 grauenhaften Wirkstoffe in Koffein, die ihnen bis jetzt vorenthalten wurden – weil sie halt jeden Tag Kaffee trinken.

Content regiert, wenn er die Lebenswirklichkeit des Users im Kern trifft.

Darum: Richtig guter Content funktioniert wie richtig gute Politik:

Er spricht dem Volk aus dem Herzen.

 


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