Content, du Streber

„Content ist King“.

Ächz. Schon wieder. Allmählich tönt dieser abgenutzte Spruch in unseren Ohren wie die ermahnenden Worte der prüden Rektorin mit dem unvorteilhaft mickrigen Brillengestell.

Eine Party ohne Content?

Content ist King, ja, wissen wir. Sagen die Publizisten und schmeissen sich Parolen jubelnd in die Menge. Während Content unscheinbar in einer Ecke steht. Der wenig beachtete Schüler, der für sein Alter viel zu reif wirkt und unter gewissen Gruppen als der klassische Streber verschrien ist.

Der weiss zu viel, eigentlich alles. Und in Feierlaune interessiert das niemanden. Ausser vielleicht frigide Rektorinnen.

Social Media und Co.

Wirklich aufmischen können Leute wie UX, Corporate oder Design. Der neueste Filter der Bildbearbeitung erntet die Jubelschreie der Menge. Und dann und wann legt der beliebte Social Media seinen Arm um den armen Content, schmeichelt sich ein und entlockt ihm ein paar schlaue Sätze, auf die er dann verlinken kann.

Das Problem (für die anderen): Wenn die Lichter ausgehen, führt Content den grössten Schuss nach Hause.

Der Content-Streber

Was macht Content attraktiv?

Facebook und wie sie alle heissen haben ihren Reiz und Charme. Nur: Es gibt zu viele, sie sind zu laut und wer ihnen länger zuhört merkt, dass sie nicht viel zu erzählen haben. Sie locken ohne Zweifel alle Aufmerksamkeit auf sich. Längerfristige Beziehungen aufbauen fällt ihnen schwer.

Und um uns vom Partybeispiel zu verabschieden: Wer in der digitalen Welt dauerhaft Bestand haben will, muss in der Lage sein Kundenbeziehungen aufzubauen. Welche Eigenschaften machen Content denn überhaupt so attraktiv?

Content bietet wertvolle Lösungen

Instagram rückt ein Produkt in ein reizvolles Licht und belegt es mit einem ansprechenden Filter. Die Neugier des Kunden ist geweckt. Er denkt: „Das ist schön, das will ich auch.“ Er klickt auf das Produkt und merkt, dass der schöne Schein oft trügt. Das Produkt hat nichts zu erzählen, ist fad und erst noch überteuert. Der Kunde lernt aus diesen Fehlern.

Das nächste Mal begegnet ihm ein schönes Produkt, das sogar noch mit inneren Werten glänzt. Es bietet konkrete Lösungen an für Probleme, die dem Kunden schon lange ungelöst im Kopf schwirrten. Und dann funktioniert nicht nur der erste Blick, sondern auch der zweite oder sogar dritte.

Content liefert Beispiele

Lösungen und qualitative Inhalte zu bieten, heisst dem Nutzer keinen Schmöker an den Kopf zu schmeissen. Content wirkt dann am besten, wenn er anschaulich dargestellt ist und anhand von Beispielen seine Inhalte im wahren Leben verankert. Das weckt Vertrauen und stiftet ein Identitätsgefühl beim Kunden. „Hey, das kenn ich! Dieser Inhalt hat tatsächlich etwas mit mir zu tun.“

Content ist praxisbezogen

Das fängt schon damit an, wie Content gestaltet wird. Wie gesagt dienen Beispiele zur Veranschaulichung. Die Abschnitte sind kurz und geben dem Leser das Gefühl, dass sie beim Lesen nicht zu viel wertvolle Zeit verlieren. Der Leser weiss auf den ersten Blick, worum es geht und wird beim zweiten Blick vertieft in das Thema eingeführt.

Content unterhält

Content muss und sollte sogar nicht immer in Textform präsentiert werden. Eingebaute Grafiken, Bilder, Videos oder sonstige Animationen verhindern den Einschlaf-Effekt. Richtig guter Content spielt mit den Emotionen seiner Leser. Um auf das anschauliche Party-Beispiel zurück zu kommen: Der zurückhaltende Streber schaut sich die ein oder anderen Tricks von den lauten Partylöwen ab, damit er die richtige Dosis Aufmerksamkeit erhascht.

Nerd

Content fördert Interaktion

Der neue Trend beim Content, der in Analogie zu unserem Beispiel ebenfalls wunderbar funktioniert: Nicht nur erzählen, sondern auch zuhören. Nutzer wollen immer mehr an Prozessen und Gedanken teilhaben und wünschen sich ein Gegenüber, das auf ihre Bedürfnisse eingeht. Das bedeutet: In den Artikeln sind Fragen eingebaut oder mindestens die Kommentarfunktion ist garantiert.

Das findet ihr beim Lesen bestimmt auch immer interessant, oder?


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  1. Harald vor 5 Monaten

    Du sprichst mir aus der Seele – Nur bei der Interaktion geht meine Beobachtung in eine andere Richtung: Es wird immer weniger! Der User reduziert sich LEIDER zum Info-Consumer, von der gewünschten Interaktion ist immer weniger zu sehen!

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    • Christian Denzler vor 5 Monaten

      Neuere Umfragen zeigen, dass Nutzer auf Social Media vor allem eines wollen: Rabatte und die Vorstellung neuer Produkte und Dienstleistungen. Das heisst: Interagiert wird nur, wenn man was davon hat. Trotzem: Ohne Mehrwert macht es keinen Sinn. Relevanter Content ist und bleibt King.

      https://t3n.de/news/social-media-marketing-konsumenten-inhalte-1091986/

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    • Mirjam Mettler vor 5 Monaten

      Hm, ja. Stimmt auf einigen Plattformen sicher. Wahrscheinlich gilt das tendenziell eher für die jüngere Generation. Da ist der Trend zu beobachten: Statt Nachrichten im Monolog-Stil suchen sie nach interaktiven Inhalten.

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