Capture One: Meine Arbeitsumgebung

C1 Basis

Ich arbeite bereits seit 5 Jahren ausschliesslich mit Capture One Pro. Eine meiner absoluten Lieblingsfunktionen ist zwar äusserst banal, für die Effizienz im Workflow aber absolut entscheidend.

Seit ich Capture One zum ersten Mal gesehen habe, kann man darin seine eigenen Arbeitsumgebungen abspeichern (Fenster > Arbeitsumgebung > Arbeitsumgebung speichern). Ich hätte nicht gedacht wie elementar wichtig das sein kann, bis ich es selber erlebt habe. Ich fühlte mich in Lightroom dermassen vertraut, dass ich gar nicht mehr auf die Idee gekommen bin, dass eine andere Arbeitsumgebung produktiver sein könnte. Als ich dann mein erstes Hochzeitsshooting komplett in Capture One bearbeitet habe, war für mich klar, dass ich von Adobe zu Phase One wechseln wollte. Wieso? Weil ich schlicht und einfach schneller war als in Lightroom. Weil die Paletten einfach immer genau da waren, wo ich sie haben wollte. So ist es zum Beispiel kein Problem, seine aktuellen Ordner oder temporäre Suchfilter ständig eingeblendet zu haben, was auch während dem Bearbeiten eines Bildes ganz nützlich sein kann.

Im Titelbild dieses Beitrages seht ihr zum Beispiel meine Standardoberfläche, die durch ein schwebendes Fenster für das Color Grading ergänzt wurde. In Lightroom kann ich zwar mittlerweile die Reihenfolge meiner Bedienfelder steuern, ich kann aber nicht bestimmen, ob diese Fenster schwebend sein sollen oder ob Fenster aus anderen Modulen optional angezeigt werden sollen. Genau das ist es, was mir die Arbeit in Capture One so sehr beschleunigt:

Ich muss keine Module wechseln, um das eingeblendet zu haben, was ich gerade brauche.

Schwarzweiss im RAW-Konverter

Zeitgleich mit dem Wechsel auf Capture One habe ich vor 5 Jahren auch damit aufgehört, PlugIns für die Schwarzweissumwandlung einzusetzen. Capture One bietet mir alle Möglichkeiten, die ich benötige: Ebenen, Masken (inklusive Luminanzauswahl), diverse Vorgaben und tonnenweise Werkzeuge für die feine Steuerung spezifischer Tonwerte. Capture One bringt sogar eine eigene Arbeitsumgebung für die Schwarzweissbearbeitung mit (siehe Screenshot, auf dem ich lediglich das Fenster mit den Stilen als schwebendes Fenster herausgelöst habe). Durch diese Konzentration auf alle wichtigen Werkzeuge für die Schwarzweissentwicklung sind andere Programme für mich irrelevant geworden. Einfach nur deswegen, weil die Werkzeuge sowieso da sind, lediglich in einem anderen Kontext.

C1 BW

Ich will damit jetzt keine Werbung für Capture One machen, oder Adobe schlecht reden. Ich möchte damit nur sensibilisieren, dass sich eine gut überlegte Oberfläche sehr wohl auf die Geschwindigkeit beim Bearbeiten auswirken kann. Wenn ich bei jedem Hochzeitsshooting nur schon 15 Minuten schneller fertig bin, macht das Ende Jahr einiges aus.

Arbeitsumgebungen austauschen

Arbeitsumgebungen können übrigens auch von einem Rechner auf den anderen übertragen werden. Im Screenshot seht ihr, wo die gespeicherten Arbeitsumgebungen zum Beispiel auf dem Mac abgelegt sind. Wenn ihr Lust habt, kann ich euch meine Standardoberfläche gerne zur Verfügung stellen (Mail an mich genügt). Vielleicht bringt sie euch auf Ideen, wie ihr eure eigene Umgebung gestalten wollt.

Workspaces

Gerne schreibe ich künftig nebst den Affinity-Beiträgen auch ab und zu über Capture One. Das Programm ist dermassen mächtig und perfekt auf Workflow-Effizient getrimmt, dass es dazu sehr, sehr viel zu erzählen gäbe… 🙂 Gerade die Verarbeitungsvorgaben, die ein simultanes Exportieren von verschiedenen Bildformaten (TIFF für Print und JPEG small für Web usw.) ermöglichen, haben es mir extrem angetan. Das wäre doch ein interessantes Thema für den nächsten Beitrag, oder?

Herzliche Grüsse

Ihr/Euer Michel Mayerle


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  1. Kerstin Storch vor 1 Jahr

    Hallo Michel!
    Ja, das wär cool! Ich benutze auch CaptureOne (bin Hobbyfotografin) und finde die Arbeitsoberfläche und die Verarbeitungsvorgaben/Export auch unschlagbar gut. Über Tipps zu letzterem bin ich gespannt, vielleicht ist da noch was neues für mich dabei.

    Ich habe ein ganz anderes Problem: Ich tue mich schwer, endlich mal den Unterschied von Katalog und Session zu kapieren und die weiteren Einstellungen, die beim Fotoimport auftauchen (“gleicher Ordner wie Sitzungs-/Aufnahmeordner” ??? …oder so ähnlich). Das will nicht in meinen Kopf. Natürlich klappt’s trotzdem dass ich am Ende meine bearbeiteten Fotos perfekt dorthin exportieren kann wo ich sie haben will. Aber schlußendlich hab ich dann immer mehrere CaptureOne-Ordner irgendwo rumfliegen, die ich wohl anfangs angelegt habe, beim Export sind es dann wieder andere (an anderer Stelle).
    Sprich: ich verstehe nicht, wie das ganze organisiert ist. Kannst Du dazu vielleicht mal was machen? Was ist der Unterschied? der Sinn? der Vorteil? Ist bestimmt auch für Ein- bzw. Umsteiger interessant.

    Lieben Gruß!
    Kerstin

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    • Michel Mayerle vor 1 Jahr

      Liebe Kerstin

      Ich kann gerne einmal einen Beitrag zu Sessions vs. Katalogen machen. Die Antwort ist grundsätzlich sehr einfach:

      Bei Sessions handelt es sich im Prinzip nur um einen Filebrowser mit Capture One-Entwicklungstechnik. Ähnlich wie die Bridge im Zusammenspiel mit Camera RAW, wenn auch deutlich eleganter. Bei Sessions kannst du ohne Bilder importieren zu müssen sofort den Inhalt eines beliebigen Ordners betrachten (einfach Bild auf Capture One Icon ziehen. Die Vorschauen und Metadaten werden direkt in der Ordnerstruktur abgelegt, in der sich auch die Originalbilder befinden. Sessions eignen sich für temporäre Shootings oder einen Aufenthalt in den Ferien/On Location.

      Ein Capture One Katalog ist vergleichbar mit einem Lightroom-Katalog. Hier werden alle Informationen zu den Bildern in der C1-Datenbank gespeichert. Die Bilder können sich im Katalog direkt befinden, oder aber sie werden wie bei Lightroom referenziert, was die bessere Variante ist. Kataloge eignen sich zum Organisieren, Verwalten und Archivieren von grösseren Bildmengen. Sessions können in Kataloge überführt werden, aber nicht umgekehrt.

      Herzliche Grüsse
      Michel Mayerle

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  2. Dominic vor 1 Jahr

    Ich arbeite seit Jahren mit beiden Programmen. Bei einem normalen Shooting importiere ich die Bilder von der CF-Karte in Lightroom. Lightroom bietet mir die bessere Verwaltung der Bilder als Capture One. Ist vielleicht auch eine Gewöhnungssache.

    Wo für mich Capture One unschlagbar ist, ist bei einem Live-Shooting. Tethered Shooting in Lightroom ist quasi unbrauchbar, in Capture One dafür einfach spitze!

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    • Jürgen Schmidt vor 11 Monaten

      Hallo Michael,
      ich habe eine kurze Ergänzung zu deiner Anmerkung, das Kataloge nicht in Sitzungen überführt werden können..
      Doch, das geht mit einem kleinen Umweg.
      1. Du legst eine neue leere Sitzung an
      2. im Katalog markierst du alle Bilder einer Sammlung die du überführen möchtest.
      3. Du exportierst die Bilder als Original, unter Beibehaltung deiner Anpassungen, in den Aufnahmeordner der neuen Sitzung – fertig 🙂

      LG, Jürgen

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